Friday, August 19, 2011

HARRY, HOL SCHON MAL DAS STREICHHOLZ!

© Fotograf Lakey – Titel: StreichholzflammeMein Eintrag vom vergangenen Freitag hat zwei schöne Antworten erhalten:

Dr. Anselm Görres von ZMM spricht sich unter dem Titel „Jäger schießt Hase – die Crux mit dem Newsletter“ für einen Newsletter aus – und torpediert mein jüngst aufkeimendes Wohlbefinden nachhaltig. Wir schätzen uns gegenseitig nicht zuletzt aus unserer gemeinsamen Missionarstätigkeit im Rahmen des AIMP. Deshalb auch mein Link auf seinen Eintrag: Menschen, die ich nicht schätze, erhalten keinen Link von mir.

Sein berechtigter Hinweis, selbst die „Rückläufer [des Newsletters] seien wertvoll, wiesen sie doch auf veraltete E-Mailadressen hin“, ist letztlich aber eine weitere Schicht trockenen Reisigs auf meinen Scheiterhaufen für unseren traditionellen Newsletter. Tatsächlich halten es erstaunlich viele unsere Kunden nicht einmal für erforderlich, sich in neue Unternehmens-Gefilde zu verabschieden mit dem Hinweis „Schickt den Kram an meine neue Adresse.“ Welch ein verblüffend einfaches Signal simpelster Wertschätzung. Es gilt der Umkehrschluss.

Ja, das ist mir sehr wohl vertraut – und wir haben dann bisher auch in jedem Einzelfall nachtelefoniert, um die neuen Kontaktdaten zu ergattern – von in aller Regel unwilligen Ex-Kollegen: „Häh, wat woll‘n Se? Keene Ahnung! Wees ick doch nich.“

Merke: Verbundenheit oder gar Partnerschaft sieht anders aus. Okay, okay, ich weiß: Sei nicht so kritisch! Der Minister der Finsternis hat mal wieder zu hohe Ansprüche… Oder so.

Die andere Antwort ließ mich frohlocken, hatte der Interim Manager doch befürchtet, ich würde mein Blog gleich mit auf den Scheiterhaufen werfen. Da, das gebe ich gern zu, ging mir das Herz auf:

Zitat Anfang

Lieber Herr Becker,

eine Institution wie Ihren Blog dürfen Sie nicht abschaffen. Das wäre fast schon Frevel an einer vor Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit nicht gerade überbordenden Branche.

Ihre Texte sind nicht immer pure Gute-Laune-Macher, sie gehen meist heftig ans Eingemachte des Interim-Managements. Und allein deshalb schon ist der Blog gut.

Viele Kollegen und Provider produzieren blendendes Zahnpastalächeln. Doch wie es drinnen aussieht, geht niemand was an?

Ihre Zeilen knirschen ehrlich mit den Zähnen. Lassen Sie weiter stellvertretend für viele Interimer wöchentlich die Luft ab. Als wohltuendes Branchen-Ventil.

Außerdem: was sollte ich sonst freitagnachmittags um 15 Uhr im Internet lesen?

Zitat Ende

Das steht völlig außer Frage: Mein Blog wird bleiben – wie es und was es ist. Und es wird den neuen Orden des Branchen-Ventils mit Stolz tragen. Fernab jedes Scheiterhaufens.

Ansonsten denke ich gerade an Derrick:

Harry, hol schon mal das Streichholz!

Kommentare

1. Anselm Görres schrieb...

Lieber Jürgen,
auf meinen Blog zur Verteidigung unseres Newsletters kamen bisher nur positive Antworten - alle mit der Aufforderung, das Newslettern nicht einzustellen! Hzl A.

2. Klaus J. Voss schrieb...

Sapere aude, lieber Herr Becker.

Dimidium facti, qui coepit, habet: sapere aude, incipe.

Abgewandelt trifft bei Ihnen jetzt und hier zu: MANERE.

An der Weisheit sollte es doch nicht mangeln...:-)

Genau wie im Tagesgeschäft dem in Ehren gereiften Interimmanager.

Name
URL
Email
Email Adresse wird nicht veröffentlicht
Remember Me
Kommentar

CAPTCHA
Tippen Sie nachstehende Zeichen ein