Friday, June 10, 2011

DIE POTEMKINSCHEN DOERFER IM INTERIM MANAGEMENT

Foto: © Schreiberling - Titel: Die Hoffnung blättert abVerteilen unsere Kunden aktuell Positiv-Chips? Oder ist das, was in dieser Woche stattfand, nur ein Ausreißer?

„Ich bin beeindruckt“, antwortet ein Kunde auf meine E-Mail, die ihm die Kandidaten vorschlug, nach denen er unter der Überschrift „Gibt´s so etwas überhaupt bei MANATNET?“ gefahndet hatte.

„Klingt sehr qualifiziert! Vielen Dank, ich melde mich.“, antwortet ein anderer Kunde auf einen anderen Vorschlag.

„Meine Bank hat mir jemanden vorgeschlagen. Aber die Bank kennt den gar nicht. Dafür soll der aber wissen, wer mir weiterhelfen kann“, sagt mir ein mittelständischer Unternehmer im persönlichen Gespräch – und „Die Qualifizierung Ihres Kandidaten steht völlig außer Frage. Lassen Sie uns am Dienstag nach Pfingsten ein ausführliches Telefonat miteinander führen.“

„Herzlichen Dank für die ausführlichen und guten Antworten!“ schreibt eine Journalistin – keine zwei Stunden, nachdem sie ihre Fragen zur AIMP-Providerumfrage 2011 an uns übermittelt hatte.

Ja was ist denn hier los?

Nun bin ich nicht der Mensch, der sich an sich selbst ergötzen kann. Dennoch freuen mich solche Äußerungen wirklich.

Weil sie längst untypisch sind: „Nicht gemeckert ist genug gelobt!“ soll seinen Ursprung im Schwaben-Ländle haben.

Ich freue mich, selbst, wenn sich diese Äußerungen letztlich nur als Ausreißer in vor-Pfingstlicher Freude entpuppen sollten…

Vielleicht sind sie aber auch erste keusche Vorboten für einen sich anbahnenden Bereinigungsprozess in unserem Geschäft – zu Lasten der Dünnbrettbohrer.

Insider wissen, was Kunden leider oft nicht so ohne weiteres erkennen können: An mehr Stellen als man glauben mag ist die Provider-Szene ein Potemkinsches Dorf:

Da poppen regelmäßig neue – in aller Regel „führende“ – Interim Provider hoch – die auch gleich über ein „hochqualitatives Netzwerk aus 400 Interim Managern“ verfügen. Da stehen mir ebenso regelmäßig die ergrauenden Haare zu Berge, hat MANATNET für einen solchen Aufbau doch etwa fünf Jahre gebraucht: Blöd wie wir sind!

Da werden mit digitalen Fanfaren immer wieder neue Interim-Sites im Internet beworben – die professionelle Site-Bewertungs-Tools kurz oberhalb des Mülleimers einordnen: mit zehn eigenen Seiten ist (nicht nur bei Google) halt kein Staat zu machen – gegen z. B. MANATNET mit gut 1.400 eigenen (!) Seiten.

Da werden von Providern regelmäßig Pressemitteilungen als nur mäßig verkappte Werbung rausgedonnert – mit der Kernbotschaft „Wir sind super-toll!“ und völliger Belanglosigkeit als einzigem gemeinsamen Nenner. Konsequent verbreitet über kostenlose (!) PR-Portale ohne eigene Qualitätssicherung. Himmel hilf!

Historischer Klatsch hin oder her: Kurzfristig konnte Feldmarschall Reichsfürst Grigori Potjomkin der russischen Zarin Katharina II. im Jahr 1787 beim Besuch seiner Herrscherin im neu eroberten Krimgebiet möglicherweise etwas vormachen.

Langfristig ganz sicher nicht.

Ebenso sicher werden auch sie vor erstaunten Kunden in sich zusammenfallen:

Die potemkinschen Dörfer im Interim Management.

Kommentare

Name
URL
Email
Email Adresse wird nicht veröffentlicht
Remember Me
Kommentar

CAPTCHA
Tippen Sie nachstehende Zeichen ein