Friday, October 24, 2008

IMMER MEHR UND IMMER TEURER

PHILS BOBBY CARIn Ordnung: Manche halten mich für überkritisch. Selbst halte ich mich eher für einen positiven Menschen. Das kennen wir ja: Deutliche Unterschiede zwischen Eigen-Bild und Fremd-Bild.

Heute bin ich jedoch im kritischen Modus – ganz sicher:

Die Finanzmarktkrise begleitet uns nicht erst seit einem guten Monat, als Lehman Brothers im September 2008 Insolvenz anmeldete und unmittelbar darauf Merrill Lynch sich in die Arme von JP Morgan Chase rettete – und in Deutschland Hypo Real Estate fast den Bach ´runter ging.

IKB, Sachsen LB und KfW sind Stellvertreter für frühere Signale, die eindeutig waren: Da kommt noch was nach! Unternehmen und Börsianer übten sich allerdings in der Einstellung, es werde schon alles nicht so schlimm werden. Der DAX lag am 2. Januar bei 7.749 und am 1. September noch immer bei 6.421 Punkten.

Seitdem ist der DAX im freien Fall: Heute, während ich meinen Blogeintrag schreibe, fällt er um weitere 9,99 (!) Prozent auf gerade 4.068 Punkte. Wir haben wieder einen schwarzen Freitag! Ich habe aufgehört, die schwarzen Freitage zu zählen.

Jetzt, nicht etwa früher, kommen die Autobauer aus der Deckung: BMW bricht der Absatz um fast 15 Prozent ein, Daimler veröffentlicht desolate Zahlen, Volkswagen ruft sehr harte Zeiten aus und entlässt wohl 25.000 Leiharbeiter: Das sind mehr Menschen, als eine Stadt in Deutschland haben muss, um sich „Große Kreisstadt“ nennen zu dürfen!

Jetzt, seit wenigen Wochen, stellen die Autobauer ein deutlich verändertes Nachfrageverhalten fest, auf das sie nunmehr gezwungen sind, zu reagieren.

Jetzt! Ich halte es durchaus für möglich, dass die Autobauer das Finanzdebakel aktuell dafür verwenden, die eigenen Fehler zu kaschieren.

Was habe ich für eine Prügel bezogen, als ich vor mehr als zwei Jahren zwei Fragen gestellt habe: „Wer zum Teufel soll die ganzen Autos kaufen?“ Und vor allem: „Wer soll die noch bezahlen?“

Darüber einmal kritisch nachzudenken, dafür hätte es keiner Finanzmarktkrise bedurft. Auch so etwas ist aus meiner ganz persönlichen Sicht eine Zockerei:

Immer mehr und immer teuerer - und inständig hoffen, dass es schon gut gehen wird!  Ja, ich weiß: Ich werde wieder Prügel beziehen! Ich bin bereit.

Na, da können wir ja mal gespannt sein, welche Rettungspakete uns noch ins Haus stehen: Denn die Automobilindustrie ist in Deutschland doch mindestens genauso wichtig, wie die Finanzindustrie, oder? Und die Zulieferer? Und die Landwirtschaft? Und …

Ich weiß nicht, was die nächste Zeit bringen wird. Aber ich bin zutiefst davon überzeugt: Immer mehr und immer teurer ist nicht mehr! Ich leite daraus durchaus starke positive Impulse für die Zukunft ab. Wir schulden sie unseren Kindern!

Mein Sohn hat heute seine Führerscheinprüfung bestanden. Ich freue mich für ihn: Ganz ehrlich!

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