Friday, September 5, 2008

MAN KANN SICH IM ALTER WENIGER MERKEN - ABER MAN MERKT MEHR

Dieses Interim Management-Geschäft hat schon zahlreiche attraktive Facetten. Eine Facette, die mir besonders zusagt: Es gibt ein Vielfaches mehr an kritischen Äußerungen von Interim Managern, als ich das von festangestellten Managern über viele, viele Jahre kennen gelernt habe.

Und so ist das Erstellen unseres monatlichen Newsletters für die Interim Manager (FAKTEN ZU MANATNET) zwar ein aufwendiges (ich hasse das „ä“ in der neuen Rechtschreibung!) Unterfangen, jedoch fiebere ich regelmäßig dem Feedback der Interim Manager entgegen.

Das Feedback kritisiert entweder oder stimmt zu: So soll es sein. Mitunter setzt das Feedback aber noch einen drauf auf meine ganz persönliche Sichtweise. Und dafür werden dann auch stets Beispiele geliefert – statt einfach nur zu behaupten.

Ich liebe so etwas!

Ein Auszug aus einem solchen Feedback eines hoch geschätzten Interim Managers auf unseren Newsletter vom 1. September:

„Zum Thema August: Das sind nicht nur die Aktivitäten, die da darben! Viel schlimmer ist die Qualität der Aktivitäten! ….

Wenn das nur ein einzelner Fall wäre, wäre das vielleicht sogar lustig! So ist es aber wohl mehr ein Verdacht auf Psychiater-Bedarf. Das scheint mir typisch zu sein für heute! Verängstigt, Egomanie, introvertiert bis autistisch: Man verwaltet und beschäftigt sich nur noch intern, die Mitarbeiter werden nur noch unter Druck gesetzt, die Kunden stören und sollen die Aufträge abliefern und die Klappe halten - und man schließt die Augen.“

Zur Untermauerung enthielt dieses Feedback zudem den Link auf einen Beitrag von Bayern2 aus dem Programm Eins zu Eins – Der Talk. Interviewt wurde Manfred Max-Neef, 75, Wirtschaftsingenieur und Träger des Alternativen Nobelpreises und Begründer der „Barfußökonomie“.

Mein lieber Mann: was für ein Geist! Was für Ansichten und Einschätzungen – häufig kritisch, manchmal verstörend, aber immer irgendwie überzeugend.

Mich haben die 39 Minuten sehr beeindruckt.

Die 39 Minuten hallen noch immer nach.

Artikuliert hat das ein Fünfundsiebzigjähriger. Und das Feedback kommt von einem Vierundsiebzigjährigen!

Möglicherweise müssen wir noch viel stärker umdenken, als wir das bisher angenommen haben.

Kommentare

1. Klaus+J+Voss schrieb...

Was heisst denn eigentlich UM-denken?
Denken ist gefragt.
Eigenes.

Und ENT-lernen ist mindestens genauso wichtig, wie die Bereitschaft neu zu lernen.
Im Kontext mit dem sehr empfehlenswerten Interview von Manfred Max-Neef kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen, daß wirklich wesentliche Weichenstellungen des eigenen Lebens und dessen Einfluss auf die Unternehmenskultur eines Unternehmens, in dem ich die Möglichkeit habe, Einfluß auszuüben, im Sekundenbruchteil entschieden werden.

Umso mehr bin ich sehr darüber erfreut, einem jungen Unternehmen meine Erfahrungen zur Verfügung stellen zu können, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kriegsfolgen zu beseitigen. Unter anderem auch in Chile die Folgen der verbrecherischen Massnahmen des Pinochet.
Eine wirklich befriedigende Aufgabe, die echte Lebensqualität für die Menschen schafft. Jeden Morgen unter der Dusche weiß ich jetzt, daß es wirklich "best of both worlds" gibt. Ein seltenes Glück auch im Interimmanagement.

Wachstum als Götzenanbetung der Wirtschaft und besonders auch der politischen Phrasendrescher ist auch in diesem Kontext ein Produkt reiner GEHIRNWÄSCHE. Der natürliche Instinkt des Menschen ist Kooperation. Mit den Kunden, den Lieferanten und den Menschen im Unternehmen, deren tägliches "Schicksal" mir anvertraut ist.
Aus dieser grundsätzlichen Haltung wird sich ganz natürlich ein gesundes Wachstum entwickeln.

P.S. Sollte dieser Kommentar länger als Ihr Blog ausgefallen sein, lieber Herr Becker, kürzen Sie nach eigenem Gusto.

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