Friday, August 15, 2008

BEHERRSCHE ICH NICHT - ABER ICH BIN LERNFAEHIG!

Die Praxis zeigt eindeutig: Die Anforderungen, die Klienten an einen Interim Manager stellen, sind extrem hoch. Und ein Interim Manager muss nachweisen, dass er diese Anforderungen in vollem Umfang erfüllt, wenn er auch nur ein erstes Gespräch führen möchte.

Mitunter nimmt das dann – aus meiner unmaßgeblichen Sicht – bizarre Formen an: So ist in die junge Geschichte von MANATNET eingegangen, dass ein Klient einen Interim-Qualitätsspezialisten für Automotive, Interieur, Gummi suchte – und MANATNET einen Interim-Qualitätsspezialisten für Automotive, Interieur, Kunststoff vorschlug, der dann prompt als völlig ungeeignet vom Klienten abgelehnt wurde. Nicht einmal zu einem Telefonat mit dem Interim Manager war der Klient bereit.

Es gibt aber auch die Kehrseite der Medaille: Ein Klient beschreibt eine Anforderung als KO-Kriterium, wir stimmen mit einem Interim Manager, der grundsätzlich in Frage käme, dieses KO-Kriterium ab und erhalten vom Interim Manager als Antwort: „Das beherrsche ich nicht – aber ich bin lernfähig!“.

Nun bestreite ich die Lernfähigkeit des Interim Managers in keiner Weise. Nur, wir gehen hier an den Kern des Interim Managements: Kein Klient ist bereit, das Lernen des Interim Managers durch Tagessätze im Projekt zu finanzieren. Ganz im Gegenteil: Der Klient erwartet, dass der Interim Manager die geforderten Kenntnisse „drauf hat“, denn genau dafür braucht er ihn ja!

Es verwundert, ja verstört mich regelmäßig, wenn Interim Manager dieses Kernelement im Interim Management nicht anerkennen wollen.

In diese Ecke gehört auch die Sektion „Sprachen“ im Lebenslauf. Viele Interim Manager weisen dort Grundkenntnisse oder gar Schulkenntnisse für die eine oder andere Sprache nach – nicht ohne den Hoffnung machenden Hinweis „ausbaufähig“.

Ich frage dann regelmäßig: „Wer, glauben Sie, wird für Ihre Schulkenntnisse bezahlen wollen?“

Niemand! Für gute Skills zahlen faire Klienten gutes Geld – für fehlende Skills zahlt kein Klient irgendetwas – egal, wie fair er auch sein möge.

Kommentare

1. H.Schmidt schrieb...

Kein Wunder, bei der zunehmend autistischen Kultur! Wenn es in der IT bei Programmvorgaben ausreichend zu sein scheint, dass der Autor die Programmvorgabe versteht, wie soll es dann bei Bewerbungen anders sein? Schließlich muss alles in PowerPoint passen, da „es sonst zu viel zum Lesen ist“. Und wir haben schließlich eine Textverarbeitung, bei der mir mit Ctrl+A plus Ctrl+C und Ctrl+V alles schnell und zuverlässig übernehmen können.
Autsch!

Name
URL
Email
Email Adresse wird nicht veröffentlicht
Remember Me
Kommentar

CAPTCHA
Tippen Sie nachstehende Zeichen ein