Friday, June 27, 2008

MANAGER AUF ZEIT - IDEAL AM ENDE DES AUFSCHWUNGS

Inzwischen glaube ich, dass unser Marktplatz für Management auf Zeit eine Art Seismograph für die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land geworden ist. Seit ein paar Monaten gehe ich in unserem Newsletter für unsere Unternehmenskunden vorsichtig darauf ein, dass die Zugriffe auf unseren Marktplatz etwas an Dynamik verlieren und dass das durchaus ein Zeichen für ein Abkühlen der Wirtschaft sein könnte.

Dann konkretisierte sich das etwas: In der FAZ war zu lesen und eigene Gespräche mit Personalberatern bestätigten, dass die Unternehmen damit begonnen hatten, sich mit Festanstellungen zurückzuhalten. Angesichts steigender Energiepreise, hoher Inflation und der Finanzmarktkrise können die Unternehmen schlecht einschätzen, wie sich diese Faktoren auf ihr jeweiliges Geschäft auswirken werden. Sie haben Sorge (und ich teile diese Sorge), dass sie sich bei rückläufigem Geschäft mit hohen Fixkosten auf der Personalseite wieder finden.

Und prompt ging in dieser Woche der Ifo-Index in die Knie und fiel von 103,5 auf 101,3 Punkte. Das war der niedrigste Wert seit Beginn des Jahres 2006. Bemerkenswert: Das Ifo-Geschäftsklima, belastet durch eine schwache Geschäftserwartung, trübte sich in fast allen Bereichen ein.

Ich fürchte: Es ist wieder Abwarten angesagt – eins der Lieblings-Verhaltensmuster in deutschen Unternehmen. Aber das muss doch heute nicht mehr sein!

Denn: Diese Situation kennen die Unternehmen ganz genau aus den Jahren 2002 bis Sommer 2005. Aber heute sind doch viele (nicht alle) Unternehmen weiter.

Sie kennen Interim Management und Manager auf Zeit: Das war im Jahr 2002 ganz überwiegend nicht so. Sie wissen, dass die Kosten für die Manager auf Zeit eben nicht fix, sondern variabel sind. Sie wissen, dass die Manager auf Zeit überdurchschnittlich hohe Qualität und weit überdurchschnittliches Engagement mitbringen.

Und sie wissen, dass im „Worst Case“ nicht einmal Trennungskosten anfallen, wenn denn wirklich die schlimmen Befürchtungen wahr werden sollten.

Noch wichtiger aber – und ich fürchte, darüber sind sich viele Unternehmen nicht im Klaren: Durch ein Einschwenken in den Abwartemodus verlieren die Unternehmen wieder an Momentum. Sehr zur Freude des Wettbewerbs aus dem Ausland. Denn eins ist sicher: Der Wettbewerb bleibt dran am Ball.

Vielleicht ist man dann weniger überrascht, wenn die ersatzgeschwächte türkische Nationalelf die deutschen Elitekicker fast aus dem Rennen wirft. Wie sagte der Bundestrainer im anschließenden Interview: „Die lange Ruhepause hat uns aus dem Rhythmus gebracht!“

Er sprach von knapp einer Woche: So schnell geht das.

Kommentare

1. H.Schmidt schrieb...

„Es ist wieder Abwarten angesagt – eins der Lieblings-Verhaltensmuster in deutschen Unternehmen.“
Warum sollte das heute anders sein? Es sind doch die gleichen Menschen in den Management-Positionen; vielleicht nicht mehr bei der gleichen Firma, aber die gleichen Technokraten, Autisten, die nur Zahlen im Kopf haben und diese nur für das laufende Quartal.

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