Friday, April 25, 2008

IN 20 JAHREN GIBT ES KEINE INTERIM-PROVIDER MEHR

Das hat mir schon recht gut gefallen, das 3. Interim Executives Symposium bei der EBS in Oestrich-Winkel. Zugegeben, das frühe Aufstehen um 5.30h und die dreistündige Fahrt an den Rhein in einem atemberaubenden Mistwetter waren sicher nichts für mich.

Aber, Yin und Yang, die Hinfahrt hatte ich ohnehin dafür vorgesehen, mich auf die Podiumsdiskussion vorzubereiten: Dieser Zeitraum wurde nun länger – Regenbedingt. Und somit war ich noch besser vorbereitet.

Ich hatte mir fest vorgenommen, unsere Rolle als ‚entfant terrible“ im Interim Management-Geschäft zu kultivieren und bei jeder Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass MANATNET halt in aller Regel anders arbeitet als die Wettbewerber. Nimmt man das unterdrückte Lachen im Auditorium zu Beginn jeder meiner Antworten („Es tut mir leid, mich zu wiederholen, aber MANATNET macht das anders: …“) als Maßstab, dann ist mir das auch leidlich gelungen.

Eins ist mir jedoch nicht gelungen – weil wir uns letztlich doch zu sehr mit Allgemeinplätzen (wie Verträgen: Du lieber Himmel!) beschäftigt hatten:

Ich hatte mir den kühnen Satz zurechtgelegt: „In 20 Jahren gibt es keine Interim Management-Provider mehr!“ Wie gern hätte ich die Reaktionen erlebt!

Warum denke ich das? Hier sind nur drei Argumente:

  1. Was machen Interim-Provider im Kern? Sie bringen die Nachfrage (Unternehmen) mit dem Angebot (Interim Manager) zusammen. Weshalb ist das ein Geschäft? Weil beide Parteien auf individueller Ebene nicht von einander wissen (Ich weiß: Interim Management - Provider machen noch viel mehr ….!).

  1. Wenn inzwischen über ein Drittel des Interim-Geschäftes auf das Abdecken von Vakanzen in den Unternehmen zurückzuführen ist, weil das Besetzen einer Position in Festanstellung heutzutage 6 - 9 Monate dauert (und zumindest wir im AIMP vertreten diese Einschätzung): Dann kann doch niemand ernsthaft erwarten, dass die modernen Personalabteilungen in den Unternehmen den antiken Kram mitmachen und sich mit Dreiecksverträgen und womöglich auch noch mit „Shadow Management“ beeindrucken lassen. Ich bin zutiefst davon überzeugt: Die ganze Litanei der so genannten Mehrwerte, die die Interim Management-Provider bieten, wollen diese Kunden doch gar nicht - weil sie sie nicht brauchen. Die Personalabteilungen wollen einen Interim Manager für die Überbrückung zu einem fairen Preis. Fertig. Und dann wollen sie sich weiter ihrer dringenden Aufgabe widmen: Der dauerhaft zu besetzenden Position. (Ich weiß: Interim Management-Provider machen häufig die schwierigen Themen….!)

  1. Und wenn Interim Management immer normaler wird, dann muss ich erwarten, dass auch die Prozesse in diesem Geschäft normaler werden. Und wie für Festanstellungen auch erwarte ich, dass ein Teil der Unternehmen für spezielle Fälle einen spezialisierten Dienstleister beschäftigen wird (indirekt über Headhunter), dass ein weiterer Teil Stellen-Anzeigen in Print- oder Online-Medien schaltet (direkt) und ein großer Teil der Unternehmen Internet-Datenbanken nutzt (auch direkt). Stepstone, Monster oder wie auch immer heißen diese Datenbanken für Festanstellungen – für das Interim Management gibt es hier nur einen Namen: MANATNET.

Ich bin überzeugt: Auf diese Weise werden sich moderne Untenehmen ihre Interim Manager beschaffen - und sicher auch in besonderen Fällen über den einen oder anderen verbleibenden spezialisierten Interim Management - Provider. Aber ebenso sicher nicht für die Masse des Interim-Geschäftes: Denn dieser Weg ist aus Cash-Sicht und aus Prozess-Sicht für die Unternehmen viel zu teuer.

Und dass das Interim-Geschäft weiter stark wachsen wird, darin sind sich alle Interim Management-Provider einig: Sei willkommen, Masse!

Wie gern hätte ich die Reaktionen erlebt! Möglicherweise hätte man mich gesteinigt.

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