Friday, February 1, 2008

QUALITAET OEFFNET DIE TUER - ABER DIE CHEMIE MACHT'S

Es ist Faschingszeit. Wer keinen Spaß versteht, ist selber schuld.

Ich verstehe Spaß - auch außerhalb der Faschingszeit.

Aber verliere überhaupt nicht gern ein Mandat – und ich hasse es sogar, wenn das geschieht, nachdem wir vorher viel Arbeit investiert hatten.
 
Genau das passierte am Montag.
 
Fachlich waren beide Kandidaten überzeugend, was der Klient unumwunden zugab. Klar: Der eine hatte genau die gleiche Aufgabenstellung mehrfach erfolgreich bei anderen Klienten erledigt und der andere hatte mit einer vergleichbaren Aufgabe ein Unternehmen gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter aus der Insolvenz geführt.
 
Aber Klient und Interim Manager passten aus Sicht des Klienten nicht zusammen. Die Chemie stimmte nicht.
 
Ohne jede Frage: Wir müssen die Entscheidung des Klienten respektieren.

Aber wir müssen auch überdenken, ob die starke Sachorientierung, die im Interim Geschäft so ausgeprägt ist, noch richtig ist. Vielleicht haben wir Provider zu stark im Hinterkopf, das Problem beim Kunden zu lösen. Möglicherweise ist diese Gewichtung nicht immer richtig.

Aber bisher hat mir auch noch kein Kunde gesagt: ‚Also, Herr Becker, zunächst einmal muss die Chemie zwischen uns stimmen. Darüber hinaus erwarten wir folgende Hard-Skills …’

Im Übrigen ist das kein Einzelfall: Vor ein paar Monaten hat ein (männlicher) Klient die für sein Coaching vorgeschlagene Kandidatin ebenso abgelehnt. Er kam nach einem zweistündigen Interview zu dem Ergebnis, dass die Chemie zwischen ihm und ihr nicht stimmte.
 
Ich bekenne: Ich habe von Chemie keinen blassen Schimmer, was ein flüchtiger Blick aufs Abiturzeugnis hämisch dokumentiert. Auch im Nachhinein bleibt es eine weise Entscheidung, nicht in das (Chemie-) Geschäft eingestiegen zu sein.
 
Aber die Chemie hat mich wieder eingeholt.
 
Ich sympathisiere mit dem Gesichtsausdruck der Fasent-Masken aus der Ortenau.

Kommentare

1. ICF schrieb...

Werter Herr Becker, die Chemie ist schon eine spannende Sache, denn letztlich entscheidet sie, ob nach einem grossen Knall erfrischendes Wasser ueberbleibt oder aber ein tiefes Loch ;-))

2. Olaf schrieb...

So schwierig ist das mit der Chemie gar nicht zu verstehen. Die Qualitaet und die Aufgabe passen vieleicht im ersten Moment, aber ohne gegenseitiges Vertrauen ist die Aufgabe meistens nicht zu loesen und dieses gibt es nur, wenn die Chemie stimmt :-)

3. Juergen Becker schrieb...

Wenn es denn so ist, dann haben Sie sicher Recht, Herr Schimanski.

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