Monday, January 14, 2008

NUR NOCH 12 PROZENT DER ARBEITNEHMER SIND HOCH ENGAGIERT

(c) Fab Four, Gaetano Gross

Meine Frau vertritt diese Meinung schon seit Langem: Nun wird sie offenbar bestätigt.

Eine Analyse des Gallup Instituts (veröffentlicht in der FAZ vom 5./6. Januar) - auf der Grundlage von mehr als 1.800 interviewten Arbeitnehmern - zeigt ein Bild, das mich sprachlos macht:
 
20 Prozent haben innerlich gekündigt (also jeder Fünfte) und 68 Prozent (also zwei von drei Mitarbeitern) machen nur noch Dienst nach Vorschrift.
 
Lediglich 12 Prozent gelten als hoch engagiert – also nur gut jeder Zehnte.
 
Zudem wird offensichtlich, dass der nach ‚Vorschrift dienende’ Anteil der Mitarbeiter über die vergangenen sechs Jahre praktisch gleich geblieben ist (2001: 69 Prozent). Im gleichen Zeitraum ist jedoch der Anteil der hoch engagierten Mitarbeiter (2001: 16 Prozent) praktisch um den Anteil abgesackt, um den die inneren Kündigungen zugenommen haben (2001: 15 Prozent).
 
Hochengagierte Mitarbeiter als Minderheit oder Randgruppe: Kaum zu fassen!
 
Vielleicht sollten die Unternehmen im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht hin und wieder Interim Manager unterfüttern.
 
Ich kenne nicht einen einzigen Interim Manager, der ‚Dienst nach Vorschrift’ machen würde; aber ich kenne viele, die über die vertraglich vereinbarte Leistung hinaus arbeiten.
 
Und ich kenne keinen einzigen Interim Manager, der innerlich gekündigt hätte: Bei wem auch?

Kommentare

1. Dr. Herbert Schmidt schrieb...

Vielleicht sollte man innere Kuendigung und Ueberarbeitung nicht verwechseln! Arbeit in Frust und in einer Technokratenkultur sind das Problem, also wenn nur Excel regiert und Prozessvorgaben statt (!) Fuehrung gelebt wird, wenn Mitarbeiter nur ausgequetscht werden, dann entsteht dieses Bild! Interim-Manager sind dabei in einer speziellen Situation. Ich habe gerde so einen Fall: nette Menschen, ueberarbeitet, Verluste, aber auch keine echte Fuehrung, denn alle sind nett miteinander. Also muss hier erst einmal das Zahlenspiel erfolgen, damit man ueberhaupt priorisieren kann! Und wenn man das zulange macht, erzeugt man genau die unmenschliche Kultur, die zum Dienst nach Vorschrift (bis zur Sabotage) fuehrt! Interim-Manager sollten daher nicht nur Sanierer, sondern auch Fuehrer sein, die das Individuum respektieren.
HRS

2. Muench schrieb...

Wen wundert es wirklich, wenn Menschen durch gleichgueltigkeit und Egoismus auf Unternehmen reagieren, die ihnen gegenueber gleichgueltig und rein renditeegoisitsch jeden nur noch als Kostenfaktor mit Produkionsreserven ansehen und vergessen, dass da noch etwas pulsiert in der instrumentalisierten Huelle?

3. Juergen Becker schrieb...

Hand auf's Herz, Herr oder Frau Muench: Niemanden kann das eigentlich verwundern!

Name
URL
Email
Email Adresse wird nicht veröffentlicht
Remember Me
Kommentar

CAPTCHA
Tippen Sie nachstehende Zeichen ein