Friday, September 30, 2011

VIELLEICHT WIRST DU ALS ENTERTAINER WAHRGENOMMEN - NICHT ALS KOMPETENT

Fotograf ©: Dorisalb – Titel: Hellau und AllafEs braucht jahrelange Arbeit, um ein Verhältnis der Offenheit auf der Grundlage gegenseitigen Respekts aufzubauen. Es braucht viel Raum für gegenseitiges Zuhören, Nachfragen und Verstehen.

Und es braucht ein Umfeld, in dem Männer-typische Rituale („Wer sitzt ganz oben auf dem Affenhügel?“) irgendwann aufgegeben werden.

Dann aber kann es passieren, dass Du auf eine Frage, die Dich seit Wochen beschäftigt, eine Antwort erhältst, die Dich dann die folgenden Wochen beschäftigen wird.

Weil Du in der Denkwelt des eigenen Hirns gefangen bist, kommst Du darauf nicht: Niemals!

Fremdbild versus Eigenbild.

Wenn diese Antwort Dich dann noch in einem Ausnahmezustand trifft (mein bester Freund ist soeben verstorben), dann fällt ein Korn in eine ganz tief gepflügte, feuchte Ackerfurche.

So geschehen vorgestern, 7.45 Uhr, beim Frühstück vor dem AIMP-Mitgliedertreffen.

Mein Hirn hat einiges zu knacken auf absehbare Zeit. Alle Sensoren sind auf Empfang. Empfindlichkeitsstufe: Hoch.

Aber irgendwann werde ich es wissen: Es ist immer so.

Ob ich das Interim Management hinter mir lassen sollte und mich stattdessen bei Thomas Hermanns Quatsch Comedy Club bewerbe.

Denn die Antwort auf meine Frage war knackig:

Vielleicht wirst Du als Entertainer wahrgenommen - nicht als kompetent.

Friday, September 23, 2011

IN BADEN NICHTS NEUES

Lange wurde das vorgedacht, lange wurde vorgearbeitet – und jetzt, wo wir´s umsetzen, stelle ich wieder einmal fest: Du hast die damit verbundene Arbeit unterschätzt.

Auch, weil ich öfter mit den Ergebnissen unzufrieden war als mir das lieb war. Aber so ist das halt.

Und weil das Projektgeschäft nun mal absolute Priorität hat. Wenn ein Kunde einen Interim Manager benötigt, dann lassen wir ihn niemals warten: Natürlich nicht!

Folglich werden wir noch die kommende Woche benötigen. Und dann wird unser Partner ein paar weitere Tage benötigen, das Ganze auf MANATNET bereitzustellen.

Was?

Am 7. Oktober werden wir das Ganze am Marktplatz freischalten und ich werde im Blog ausführlich darauf eingehen.

Bis dahin muss ich leider dichthalten.

Der Papst kommt morgen. Ansonsten gilt:

In Baden nichts Neues.

Friday, September 16, 2011

DIE VERMITTLUNGSQUOTE IM INTERIM MANAGEMENT

Fotograf © FlashThePic – Titel: FilterEs erstaunt mich regelmäßig, wenn ich gefragt werde, wie hoch denn die Vermittlungsquote bei MANATNET sei.

Diese Frage stellen Interim Manager, die sich mit dem Gedanken tragen, sich bei MANATNET zu registrieren.

Ich antworte stets: „Jetzt, im Moment, wo wir telefonieren exakt 4,545 Prozent – aber, wenn Sie sich registrieren, wird sich diese Quote leider sofort verschlechtern. Dennoch werde ich mich über Ihre Registrierung freuen.“

Alle, die mich kennen, wissen, dass ich diese Kennzahl tagesaktuell errechnen lasse und im Zugriff habe. Für mich ist sie wertlos, aber wenn unsere Kunden danach fragen, dann liefere ich sie halt.

Ich kann auch den Beweggrund für diese Frage verstehen, der da lautet: „Je höher die Vermittlungsquote, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ich ein Mandat erhalte“.

Ich zitiere Peter Gabriels erstes Wort seines Intros für „Dancing With The Moonlit Knight“ legendären Genesis-Konzert im Rainbow Theatre, London, 1973: „Wrong!“

Denn: Was sagt diese Quote aus?

Etwa so viel, wie: Die Durchschnitts-Temperatur im August dieses Jahres betrug 17,8 Grad. Die brütend heißen Tage werden mit den verstörend kühlen und den Tagen, an denen wir auf Sylt fast abgesoffen sind, zu einer einheitlichen, knapp geratenen Wohlfühltemperatur verquirlt.

So lässt unsere Vermittlungsquote zum Beispiel außen vor, dass einzelne Interim Manager über unseren Marktplatz bereits drei Mandate erhalten haben, einige Interim Manager zwei Mandate, viele Interim Manager ein Mandat – aber leider auch, dass eine ganze Reihe von Interim Managern noch gar kein Mandat erhalten haben.

Auch, weil sie nicht verfügbar waren. Letztlich gut: Denn wenn ich im Projekt arbeite, dann brauche ich ja nicht von MANATNET noch eins.

Wenn ich mir den Anteil der nicht verfügbaren Interim Manager je Projekt bei MANATNET anschaue, dann haben wir (ich berichtete hier darüber: „Du bist im falschen Film“) – einen Anteil von satten 50 Prozent.

Keine Verfügbarkeit bedeutet letztlich, dass wir auf diese Interim Manager nicht zugreifen können – also letztlich eine Reduzierung des „effektiven“ Pools um deutlich über die Hälfte. Und, welche Freude hätte mein Mathe-Lehrer!, unsere Quote schnellt auf dieser Basis hoch auf dicht an 10 Prozent.

Wir können auch noch berücksichtigen, dass sich einige Interim Manager der Projektanfrage dadurch entwinden, dass sie nicht antworten. Wieder mit deutlich positiver Auswirkung auf die Vermittlungsquote….

Lassen wir das!

Versuchen wir lieber, gute Projekte bei ernsthaften Kunden zu finden und mit tollen Interim Managern zu besetzen. Das ist derzeit ohnehin kein Zuckerschlecken.

Und dann ist sie eigentlich egal:

Die Vermittlungsquote im Interim Management

Friday, September 09, 2011

HOUSTON, WE HAVE A PROBLEM!

Fotograf ©: Sykliner2 - Titel: Starship‚Es gibt echte Partner, aber leider nur sehr vereinzelt.‘ So endet der der Kommentar eines bekannten Interim Managers im gestrigen XING-Forum Flexible Arbeit / Interim-Management mit der Überschrift ‚Interims-Agenturen auf dem Weg ins Abseits?‘ Und auch heute geht es munter her in diesem Forum, das leider nur für Premium-Mitglieder bei Xing zugänglich ist.

Ich beteilige mich in aller Regel an solchen Diskussionen, nicht zuletzt, weil den Interim-Providern in der Vergangenheit vorgeworfen wurde, sich eben nicht zu beteiligen.

Man mag denken über solche Foren, was man will. Und für eine recht kritische Sicht auf solche Forenbeiträge gibt es immer gute Argumente. So kann der Versuch der Beweisführung des Eintrags ‚Interims-Agenturen auf dem Weg ins Abseits?‘ durch zweifaches Anwenden der induktiven Methode (1. Was mir widerfährt, widerfährt auch allen anderen und 2. Was einige Provider veranstalten, kennzeichnet alle) als durchaus auf wackeligen Beinen angesehen werden.

Dennoch nehme ich Forenbeiträge wie diesen sehr ernst. Denn sie sind da. Und sie machen Meinung dadurch, dass sie Meinung Raum geben. Und solche Meinungen (im Übrigen von mehreren Teilnehmern am Forum) lauten dann im Rahmen dieses Forenbeitrags zum Beispiel:

‚Ich habe auch meine Zusammenarbeit mit manchem Provider beendet, schon taucht der nächste auf mit einer "fake oder kopierten Ausschreibung" und kassiert Profile ab.‘

‚Für so manche Provider gilt: "Service für unsere Interim Manager ist unser Desaster"‘

‚Die Agenturen scheinen nur noch zu telefonieren, aber mit wenig Ergebnis.‘

‚In letzter Zeit fand ich die Reibungsverluste in der Kommunikation über Dritte auch erheblich. Da werden Skills nach Stichwortlisten abgefragt, die mit dem tatsächlichen Projekt dann nichts zu tun haben.‘

Und schließlich:

‚Was mich am meisten stört und zugleich schockiert: 80% der Provider haben eigentlich KEINE AHNUNG was der Kunde wirklich will bzw. der Freiberufler leisten muss....sorry, wie geht das nur?!!‘

Na, was geht denn hier ab?

Natürlich wird jetzt der eine oder andere aus der Branche sagen: Alles Blödsinn, Einzelschicksale!

Aber Vorsicht! Diese Meinungen stehen da - und sie werden spätestens am Wochenende von den Suchrobots von Google gefunden. Und indiziert. Und danach jederzeit und dauerhaft von entsprechenden Suchabfragen der Kunden, Interim Manager und sonstiger Marktteilnehmer gefunden.

Na fabelhaft!

Es sieht so aus, als würden einige schwarze Schafe im Markt (wer, zum Teufel, sind die bloß?) das gesamte Image der Branche vergiften können. Forenbeiträge hin, Forenbeiträge her: Ich kann das in keiner Weise gutheißen.

MANATNET und die anderen professionellen Interim-Provider werden sich etwas einfallen lassen müssen.

Houston, we have a problem!

Friday, September 02, 2011

VOLLTREFFER, DIE INTERIM MANAGER - WIR MACHEN ES ABER ANDERS

Foto: © Joinjoe - gedankenversunken2Interim Management ist sehr oft ein frustrierendes Geschäft – zumindest bei mir. Das hat mir verschiedentlich die Kritik eingebracht, ich sähe die Welt zu schwarz. Nun denn, dann arbeite ich wohl in einem Exklaven-gleichen Mikrokosmos ganz besonders perfider Prägung.

Mitte August: Anfrage eines großen weltmarktführenden Unternehmens: Wir brauchen einen Interim Manager mit xyz-Skills bis Anfang September.

Meine Antwort wörtlich: „Sie sind Profi – ich bin Profi. Und unter Profis sage ich Ihnen: Solche Leute gibt es nicht.“

Kunde: „Habe ich mir schon gedacht! – Aber vielleicht können wir die Aufgabe splitten und erst xy-Skills für die nächsten 12 Monate abdecken. Für einen Kandidaten mit den z-Skills haben wir dann ein Jahr mehr Zeit.“

„Auch das bleibt schwer, aber ich schaue, was ich für Sie tun kann.“

Nun gilt die Qualität – nicht die Quantität – des MANATNET-Pools bekanntlich in Deutschland als erstklassig. Dennoch überrascht mich der Pool immer mal wieder:

Zwei von gut 1.000 Interim Managern können die xy-Anforderung abdecken und sind verfügbar, passen gemeinsam mit mir – natürlich am Wochenende! – den Lebenslauf an und schreiben einen Einseiter zu den besonderen Anforderungen.

Eineinhalb Wochen später meldet sich der Kunde:

„Zuerst einmal möchte ich Ihnen für die Übersendung der beiden interessanten Profile danken. Beide Viten sind sehr beeindruckend und können mit Sicherheit unsere Anforderungen an das Projekt abdecken.“ [Ich empfehle dem geneigten Leser, den zweiten Satz noch einmal in Ruhe zu genießen.]

Jeder der in jahrelanger Arbeit darin geschult ist, Briefe oder Mails zu lesen, weiss bereits nach dem ersten Wort „Zuerst“ (oder seinem Zwilling „Zunächst“) was folgen wird. Und so kam´s dann auch – in meinem Exklaven-gleichen Mikrokosmos ganz besonders perfider Prägung:

Volltreffer, die Interim Manager - wir machen es aber anders!