Friday, July 29, 2011

INTERIM MANAGEMENT IST SCHON EIN INTENSIVES GESCHAEFT

Fotograf ©: tanakawho – Titel: Star burstBanker im Firmenkundegeschäft sind immer ganz begeistert von sich, „weil sie ihre Kunden so gut kennen“. Ich bekenne offen: Ich habe auch dazu gehört.

Dabei kippen Banker letztlich nur Zahlen aus Bilanzen oder monatlichen Berichten der Unternehmen in Rechner und ergötzen sich dann an den Kennzahlen, die eben diese Rechner ausspucken. Nicht erst seit Basel II.

Vom Geschäft seines Kunden versteht der typische Banker so gut wie gar nichts.

Ich bekenne: Ich habe auch dazu gehört.

Daher kann ich aber umso klarer erkennen, wie viel mehr wir im Interim Geschäft über unsere Kunden und deren Geschäft erfahren.

Freiwillig und ohne, dass wir Druck ausüben, schildern die Unternehmen die Situation, in der wir helfen sollen: Ein Vertrauen, das früher die Banken genossen haben?

Wir helfen dann gern: Gestern einem Start-up, voller Ideen und voller Enthusiasmus. Internet-Strategie, Social Media, Suchmaschinenoptimierung – und Management-Basics.

Vorgestern hingegen musste ein Kunde Insolvenz anmelden: Betrieben von einer einzelnen Bank innerhalb einer Gruppe von engagierten Banken. Ein Stinker am Tisch: Der Klassiker halt.

Die Restrukturierung des Unternehmens war in vollem Gange, die ersten Erfolge waren nachweisbar. Einfach nur dumm.

Aber das ist nur meine unmaßgebliche Sicht aus Mangel an Erleuchtung: Ganz sicher waren die Kennzahlen nicht …

Interim Management ist schon ein intensives Geschäft!

Friday, July 22, 2011

EIN BLOGGER IST HALT NICHT EVERYBODY S DARLING

Foto © Steffie Vita – Titel: Guten Morgen Liebling!DPA meldete am Mittwoch:

„Die Maschinenbaubranche in Baden-Württemberg rechnet mit 66 Mrd. Euro Umsatz im laufenden Jahr, wie der Landesverband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau gestern berichtete. Dieser Wert würde den Vorkrisenerlösen entsprechen. Von den 20.000 in der Krise verlorenen Arbeitsplätzen fehlten aber noch immer 14.000.“

Ah, Fachkräftemangel!, wird ein entsprechend konditioniertes Hirn quittieren.

Und: Toll für´s Interim Management, denn Interim Manager müssen nun viele Lücken schließen…

Nun, trotz der Kritik der letzten Tage an meinen Äußerungen hier in meinem Blog, die leider nicht hier in meinem Blog sichtbar für alle erfolgt: Ich bin leider nicht so konditioniert, möchte es auch gar nicht sein - und prompt meldet mein wirres Hirn:

Ah, gleiche Leistung bei weniger Mitarbeitern gleich Effizienzsteigerung im Maschinenbau: Toll!

Aber wart Ihr nicht alle so unglaublich „lean“ schon vor drei Jahren?

Kann es sein, dass Ihr fortfahrt, immer mehr Arbeit immer weniger Mitarbeitern aufzubürden?

Kann es sein, dass genau das die bemerkenswerten Qualitätsprobleme erklärt, die ich bei Kunden vermehrt zu erkennen glaube?

Wohl nicht: Ich sehe das nur wieder falsch! Und dann sage ich das auch noch: Oh, welch ein Frevel!

Jedoch:

Ein Blogger ist halt nicht Everybody´s Darling!

Friday, July 15, 2011

DER AIMP-MINISTER DER FINSTERNIS HAT WIEDER ZUGESCHLAGEN

Foto ©: Windell Oskay – Titel: LeghoulSo überschrieb ein von mir sehr geschätzter Interim Manager seinen Tweet am vergangenen Freitag unmittelbar nach meinem Blogeintrag „Interim Provider - haltet den Ball flach“. Und fachte damit den Flächenbrand im Markt weiter an.

Oh, böser Becker!

Natürlich: Ich kultiviere mein Image als Minister der Finsternis, denn: Schönwetter-Dichter, Hosianna-Sänger, Schalmeien-Bläser und „Ach-ich-bin-halt-ein-positiver-Mensch“-Schwätzer gibt es wahrlich genug.

Dennoch: Ich frage mich regelmäßig, ob ich nicht zu weit gehe im Gartenbau am eigenen Image. Es hat sich bewährt, derartige Fragen vor dem Veröffentlichen eines Blogeintrags zu stellen – und nicht nachher. So wird es niemanden, der mich kennt, verwundern, dass ich auch meinen „Ball flach“-Eintrag erst einmal überschlafen habe. Vor allem den.

Und dann habe ich ihn ganz bewusst veröffentlicht – nachdem ich ihn überarbeitet und sprachlich noch pointierter gestaltet hatte.

Warum zum Teufel, Becker, tust Du das?

Ich tue das, weil ich inzwischen der Überzeugung bin, dass in unserem Interim-Geschäft weit mehr von Professionalität und Qualität geredet (fast hätte ich geschrieben: geblufft) wird, als dass solche Attribute im Tagesgeschäft zu erkennen sind.

Es gibt Interim Manager, die diesem Anspruch in jeder Beziehung gerecht werden. Es gibt aber auch andere.

Es gibt Interim-Provider, die diesem Anspruch in jeder Beziehung gerecht werden. Es gibt aber auch andere.

Und es gibt Kunden, die diesem Anspruch in jeder Beziehung gerecht werden. Es gibt aber auch andere.

Die Grundgesamtheit der anderen scheint sich jedoch unaufhörlich zu vermehren.

Es gibt Interim Manager, die ohne mit der Wimper zu zucken einen Tagessatz von oberhalb von 1.500 Euro fordern – und dem Kunden einen hingerotzten Wisch als Dokumentation ihrer diese Forderungen untermauernden qualitäts- und unternehmerisch orientierten Kompetenz zumuten wollen.

Es gibt „Provider“, die dem Kunden gauklerhaft rein alles versprechen – und sobald sie sein Büro verlassen haben, verzweifelt im Markt auf der Pirsch nach „handverlesenen Interim Professionals, die wir alle persönlich kennen“, umherirren.

Und es gibt Kunden, die für „Deadline heute“ (!) einen international im Roll-out von SAP nachweislich erfahrenen Interim Manager suchen – und dann mit einem entwaffnenden Augenaufschlag „keinesfalls mehr als 800 Euro“ (selbstredend: all in!) zahlen wollen.

Sicher: Solch einen Irrsinn kann auch ich übergehen, totschweigen, negieren oder was auch immer. Getreu dem Motto: Ich kann ja ohnehin nichts ändern!

So bin ich aber nicht. Und vor allem: So möchte ich auch gar nicht sein! Vielleicht kann ich ja doch etwas ändern – und sei´s auch nur ein ganz klein wenig: Dann wären wir schon ein gutes Stück weiter.

Deshalb wird es auch künftig hin und wieder heißen:

Der AIMP-Minister der Finsternis hat wieder zugeschlagen.

Friday, July 08, 2011

INTERIM-PROVIDER - HALTET DEN BALL FLACH

Foto: © Knipsermann – Titel: Es staubtVorgestern las ich im aktuellen Blog eines Interim Management-Providers (Interim-Blogs sind jetzt „in“):

„Die Verantwortung [im Interim Management] eine passgenaue Auswahl zu treffen ist qualitativ eine Andere [verglichen mit der klassischen Personalvermittlung], auch hinsichtlich der Konsequenzen bei einer Fehlbesetzung. Genau dies ist der Punkt, worin ich den Reiz meiner neuen Herausforderung sehe.“

Nun gut: Wer ist schon in der Interpunktion sicher?

Vielmehr bin ich fassungslos ob des Inhalts. Und ich hoffe, möglichst wenige Kunden lesen das.

„qualitativ eine Andere“: Gemeint ist sicher „höherwertige“, denn sonst würde sich der Blogeintrag nicht vor dem bloggenden Provider verneigen. Nur: Das steht da nicht!

Ein Schelm, der da assoziiert: „‘Geringwertige‘, denn die Interim-Provider machen ohnehin viel zu wenig!“

„auch hinsichtlich der Konsequenzen bei einer Fehlbesetzung“. Da stockt mir der Atem – impliziert dies doch, die Fehlbesetzung im Interim Management stürze ein Unternehmen auf direktem Weg in den Abgrund (und um genau diesen freien Fall zu vermeiden, sind die Interim-Provider da!), während eine Fehlbesetzung im Rahmen einer Festanstellung nicht so tragisch sei.

Na, da sind die Unternehmen aber froh!

Zur Wirklichkeit aus meiner – wie stets unmaßgeblichen – Sicht:

Kein Kunde - und ich meine ‚kein Kunde‘ (!) -, der einigermaßen bei Sinnen ist, wird sich die Entscheidung in Personalfragen aus der Hand nehmen lassen – getreu dem Motto: Für Festanstellungen das volle Programm bis zum Assessment-Center – aber bei Interim Managern sehen wir das ganz easy: Denn wir haben ja unseren Provider des Vertrauens! Nichts da: Ein Interim-Provider ist aus der Perspektive eines Unternehmens ein Dienstleister – wie jeder andere Personaldienstleister auch, letztlich ein Zulieferer. Und für jeden Zulieferer gilt (von Sonntagsreden einmal abgesehen): In der Hackordnung stehen sie unten – keineswegs oben.

Daher ist der Gedanke, die Unternehmen könnten ihre Entscheidung an einen Interim-Provider abgeben, der in seiner allumfassenden Weisheit in der Lage ist, den Kunden bei der Hand zu nehmen und durch das Labyrinth des ach so besonderen Interim Managements sicher zu geleiten, grotesk und zeugt von einiger Unterbelichtung in Sachen „Mikrokosmos Unternehmen“.

Das stelle ich mir gerade vor: Ich hätte vor Jahren einen Interim Manager für debis Systemhaus beauftragt, auf dass er oder sie auf einer der unsagbar vielen damaligen Baustellen substantiell helfe: Und dann wäre das schief gegangen.

So sicher wie ich diese Zeilen schreibe hätte ich im schmucklosen Vorstands-Büro von Karl Heinz Achinger antreten dürfen – ohne Kaffee.

Und dann hätte ich auf seine interessierte Frage geantwortet: „Sorry, tut mir leid, das war nichts. Aber der Interim-Provider „Max the Best“ hat mir halt gesagt, dieser Interim Manager sei der Beste!“

Ich erspare meinen geneigten Lesern die Details des dann unweigerlich folgenden verbalen Klartextes unter nur scheinbar gütiger Mine. Aber eins ist sicher: Karl Heinz Achinger hätte an irgendeiner Stelle in seinem überaus sympathischen, leicht bayerischen Akzent untergebracht: „Schaun´s Herr Becker, Sie müssen´s sich halt entscheiden: Entweder Sie führen Ihren Laden oder Sie führen´s ihn nicht…“

Man braucht kein Abitur, um den Satz federleicht zu ergänzen durch: „…möglicherweise sind´s dann net der richtige Manager für diesen Job!“

Ich bekenne offen: Dieser Situation hätte ich mich niemals ausgesetzt. Und ich bin der festen Überzeugung: Das werden auch heute die meisten Manager nicht tun!

Deshalb wiederhole ich mein „Ceterum Censeo“: Seid bescheiden, oh Ihr Interim Management-Provider! Lasset ab von all dem Chichi, mit dem Ihr selbst Eure Arbeit aufwerten wollt. Dafür gibt es keinen Grund. Unsere Aufgabe allein ist wichtig genug, denn sonst gäb´s uns Interim-Provider nicht mehr am Markt.

Allerdings: Letztlich ist unser Geschäft doch ganz simpel: Wir bringen Angebot und Nachfrage zusammen. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

In diesem Kontext sehe ich aktuell die Hauptaufgabe eines Interim-Providers darin, die Qualität gegenüber nicht qualitätsgesicherten Plattformen wie z. B. XING sicherzustellen. Das betrifft im Übrigen beide Seiten: Die Qualität der anbietenden Interim Manager ebenso, wie die Qualität der Anfragen der Unternehmen.

Also: Interim Provider - haltet den Ball flach.

Friday, July 01, 2011

EINE GOLDGRUBE FUER ECHTE INTERIM PROFESSIONALS

Foto: © ROLFVOLKER – Titel: Türkische DigitalwaageGestern traten mir die Tränen in die Augen.

Man mag denken über XING, was man will. Aber eins ist sicher: XING spiegelt recht gut wider (alte Schreibweise!), was im Interim Markt hierzulande abgeht.

Da tummelt sich von etablierten Unternehmen aus der Zeitarbeit bis zu No-Names ein farbenfrohes Potpourri an nachfragenden „Interim-Spezialisten“ auf der Suche nach ebensolchen anbietenden Interim-Professionals – oftmals, ohne auch nur die Branche zu nennen, für die sie suchen. Täten wir gleiches: Die Interim Manager bei MANATNET würden uns mit der bloßen Faust erschlagen.

Da tummeln sich Neueinsteiger ins Interim-Geschäft, die sich ein Euro-sprühendes Netzwerken untereinander erhoffen – und verweisen mit schöner Regelmäßigkeit auf den „Win-Win-Charakter“ dieser hehren Hoffnung.

Und es gibt Foren. Inzwischen wohl klar über zehn an der Zahl allein für unser Thema Interim Management. Ich bekenne an dieser Stelle kleinlaut: Ich halte das nicht mehr nach.

Die Foren decken – aus meiner unmaßgeblichen Sicht – alles ab zwischen Belanglosigkeit und Relevanz. Ganz normal also.

Die Foren legen aber mitunter auch recht Überraschendes offen:

So trat Tobias Grocholl von Michael Page am 6. Mai eine Diskussion los unter der Überschrift „Trendkurve Interim Management“. So hoffte er zumindest.

Niemand reagierte, wohl weil zwar 257 Wörter Text folgten – aber halt keine Kurve. Wen wundert´s, dass der AIMP-Minister der Finsternis 12 Minuten später die Frage nachschob: „Ich hatte in Ihrem Beitrag eine Trendkurve erwartet, Herr Grocholl, liefern Sie die noch nach?“

Keine Antwort.

Etwa acht Wochen später stellt Herr Michael Hietsch von GET A HEAD Recruitment Consultants AG resignierend fest: „Ich glaube, da kommt nichts mehr ….“

Kommt aber doch!

Zwar nicht von Herrn Grocholl, der sich mutig, aber zu leicht bekleidet auf das dünne Social Media-Eis vorwagte.

Dafür aber von Herrn Thomas Eidecker, AMLog Consult GmbH: Ein qualifizierter Beitrag zur aktuellen Marktlage aus Sicht eines am Markt professionell tätigen Interim Managers. Mehr davon! Wäre das schön!

Aber, der Beitrag von Herrn Eidecker reflektiert auch eine Tatsache, die mir die Haare zu Berge stehen lässt:

„Ich habe noch nie so viele Anfragen mit dem Ausdruck des Bedauerns und dem Hinweis auf bereits bestehende Verpflichtungen ablehnend beantworten müssen.

Das ist kurzfristig eine feine Sache, da unsere Reaktion auf der Basis einer erfreulichen Vollauslastung beruht. Mittel- oder gar langfristig werden wir uns allerdings etwas einfallen lassen müssen, da das in der Aussenwirkung auch kein Dauerzustand bleiben darf und kann.“

Absolut richtig, Herr Eidecker: ohne jede Einschränkung! Und noch eins kommt hinzu: Die Ablehnung ist doch in keiner Weise eine Lösung für Ihren Kunden, sondern sie wirft ihn zurück auf Feld eins.

Ich wundere mich immer wieder, dass sich Interim Manager in solchen Situationen nicht als kompetenter Dienstleister für ihren Kunden positionieren und nicht konsequent fragen: „Möchten Sie, dass ich Ihnen helfe, einen Kollegen zu finden, der das genauso gut erledigen kann? Ich kümmere mich darum – und dafür habe ich dann „einen gut“ bei Ihnen. Okay?“

Und dann beschaffen sie sich diesen Kollegen mit der Hilfe eines professionellen Providers, mit dem sie zusammenarbeiten – und dem sie deshalb zwangsläufig vertrauen. Und dann verdienen sie obendrein noch daran. Bei MANATNET die Hälfte der Provision (bei absolutem und uneingeschränktem Kundenschutz!) – bei anderen immer noch ein Viertel.

Und obendrein ist noch Ihr Kunde happy – und wird sie künftig noch öfter ansprechen: Unbezahlbar!

Ich mag gar nicht daran denken:

Eine Goldgrube für echte Interim Professionals!

Post Scriptum 1: Für alle, die noch immer auf eine Trendkurve warten: Bei MANATNET gibt´s INTERIMTREND schon seit 2008 – vierteljährlich aktualisiert.

Post Scriptum 2: Vorgestern hat Herr Grocholl einen neue Diskussion initiiert: "Quartalsende Q2 2011 - Wohin geht der Trend?"