Friday, June 24, 2011

DU BIST IM FALSCHEN FILM

(c) Gaetano Gross - Titel: Orson WellesGestern war Fronleichnam. Junge Leute von heute wissen kaum mehr, dass wir uns keines „frohen Leichnams“ erinnern, sondern „des Herren Leib“ (aus der Hofsprache zu Zeiten der Staufer „vrône lîcham“). Mit Blick aus den Zeiten des Internets und „mobile-whatever“ ist das halt verdammt lang her.

Aber, es reicht ja, dass Feiertag ist!

Und dann schickt mir doch ein Kunde am Tag vorher, um 18.28 Uhr, eine detaillierte Projekt-Anfrage. Na, so ein Unhold aber auch!

Weiß er nicht, dass Feiertag ist?

Im persönlichem Zigarillo-gestützten Wohlfühlmodus in feiertäglich reflektierender eigener Fron bearbeite ich diese Anfrage am Festtag: Hab´ zwar frei, aber es reicht ja, wenn sich andere diesem Status widmen. Also: Auf geht´s!

38 Kandidaten kommen in Frage. Ups!

So viele? Nach Gutsherrenart nun auszusuchen, entspricht nicht dem Verhalten von MANATET.

Also: alle sind dabei.

Ich weiß, dass wohl gut die Hälfte „grad vor zwei Tagen ein neues Projekt angenommen“ haben und damit ein falsches Verfügbarkeitsdatum vorhalten wird. Aber welche Wahl habe ich?

Ich muss halt jeden der 38 Kandidaten kontaktieren: Selbstverständlich personalisiert.

Ich muss halt für jeden der 38 Kandidaten den vorliegenden Lebenslauf auf Aktualität checken.

Ich muss halt jedem der 38 Kandidaten das detaillierte Anforderungsprofil senden.

Am frühen Abend sind die ersten elf Antworten da. Acht haben gerade gestern ….

In XING „posted“ eine Interim Managerin, die ich kenne und schätze, unter ihrem Profil eine Statusmeldung: „Lebt im richtigen Bundesland und hat heute frei... Gefällt mir.“

Recht hat sie.

Mein Hirn, dieser ewig kritische Dreipfünder, meldet sich: „Du hast heute frei, denn Du lebst im richtigen Bundesland.


Aber Du bist im falschen Film.“

Friday, June 17, 2011

DIE SCHWARM-INTELLIGENZ IM INTERIM MANAGEMENT

Fotograf: © resthausen - Titel: GoldfischKeine Frage: Das AIMP-Jahres-Forum 2011 war rundum gelungen. Können wir das noch „toppen“?

Die „Location“ sicher nicht. Und ganz folgerichtig haben wir Burg Schwarzenstein wieder für unser AIMP-Jahres-Forum 2012 fest gebucht – für den 27. und 28. April 2012.

Inhaltlich das diesjährige Jahres-Forum zu „toppen“, genau das hat sich MANATNET aufgeladen. Wie immer sind wir recht forsch gewesen: Wir sind davon überzeugt, dass uns das gelingen kann, wenn wir sie nutzen, die Schwarmintelligenz aller Interim Manager.

Also: Ich starte hier und heute mal wieder einen bisher einmaligen Versuch im Interim Management: Ich möchte das AIMP-Jahres-Forum 2012 stark an den Vorstellungen der Interim Manager ausrichten. Alles ist offen:

Welche Themen sollen wir für Sie abdecken?

Als Vortrag oder im Rahmen eines Workshops?

Was haben Sie bisher bei den AIMP-Treffen vermisst und möchten gern, dass sich das ändert.

Ich werde alle Vorschläge sammeln und tagesaktuell auf dem AIMP-Server hinterlegen.

Ich werde auf jeden Vorschlag eingehen und die Entscheidung, ob wir im AIMP dem jeweiligen Vorschlag folgen können, in jedem Einzelfall begründen.

Also: Machen Sie mit! Hier als Kommentar direkt im Blog. Oder als E-Mail direkt an mich: juergen.becker@manatnet.com.

Oder auf den anderen Kanälen, auf denen ich diesen Aufruf publizieren werde – darunter Facebook, XING und Twitter.

Ich bin sehr gespannt, ganz ehrlich!, wie weit sie uns trägt:

Die Schwarm-Intelligenz im Interim Management.

Friday, June 10, 2011

DIE POTEMKINSCHEN DOERFER IM INTERIM MANAGEMENT

Foto: © Schreiberling - Titel: Die Hoffnung blättert abVerteilen unsere Kunden aktuell Positiv-Chips? Oder ist das, was in dieser Woche stattfand, nur ein Ausreißer?

„Ich bin beeindruckt“, antwortet ein Kunde auf meine E-Mail, die ihm die Kandidaten vorschlug, nach denen er unter der Überschrift „Gibt´s so etwas überhaupt bei MANATNET?“ gefahndet hatte.

„Klingt sehr qualifiziert! Vielen Dank, ich melde mich.“, antwortet ein anderer Kunde auf einen anderen Vorschlag.

„Meine Bank hat mir jemanden vorgeschlagen. Aber die Bank kennt den gar nicht. Dafür soll der aber wissen, wer mir weiterhelfen kann“, sagt mir ein mittelständischer Unternehmer im persönlichen Gespräch – und „Die Qualifizierung Ihres Kandidaten steht völlig außer Frage. Lassen Sie uns am Dienstag nach Pfingsten ein ausführliches Telefonat miteinander führen.“

„Herzlichen Dank für die ausführlichen und guten Antworten!“ schreibt eine Journalistin – keine zwei Stunden, nachdem sie ihre Fragen zur AIMP-Providerumfrage 2011 an uns übermittelt hatte.

Ja was ist denn hier los?

Nun bin ich nicht der Mensch, der sich an sich selbst ergötzen kann. Dennoch freuen mich solche Äußerungen wirklich.

Weil sie längst untypisch sind: „Nicht gemeckert ist genug gelobt!“ soll seinen Ursprung im Schwaben-Ländle haben.

Ich freue mich, selbst, wenn sich diese Äußerungen letztlich nur als Ausreißer in vor-Pfingstlicher Freude entpuppen sollten…

Vielleicht sind sie aber auch erste keusche Vorboten für einen sich anbahnenden Bereinigungsprozess in unserem Geschäft – zu Lasten der Dünnbrettbohrer.

Insider wissen, was Kunden leider oft nicht so ohne weiteres erkennen können: An mehr Stellen als man glauben mag ist die Provider-Szene ein Potemkinsches Dorf:

Da poppen regelmäßig neue – in aller Regel „führende“ – Interim Provider hoch – die auch gleich über ein „hochqualitatives Netzwerk aus 400 Interim Managern“ verfügen. Da stehen mir ebenso regelmäßig die ergrauenden Haare zu Berge, hat MANATNET für einen solchen Aufbau doch etwa fünf Jahre gebraucht: Blöd wie wir sind!

Da werden mit digitalen Fanfaren immer wieder neue Interim-Sites im Internet beworben – die professionelle Site-Bewertungs-Tools kurz oberhalb des Mülleimers einordnen: mit zehn eigenen Seiten ist (nicht nur bei Google) halt kein Staat zu machen – gegen z. B. MANATNET mit gut 1.400 eigenen (!) Seiten.

Da werden von Providern regelmäßig Pressemitteilungen als nur mäßig verkappte Werbung rausgedonnert – mit der Kernbotschaft „Wir sind super-toll!“ und völliger Belanglosigkeit als einzigem gemeinsamen Nenner. Konsequent verbreitet über kostenlose (!) PR-Portale ohne eigene Qualitätssicherung. Himmel hilf!

Historischer Klatsch hin oder her: Kurzfristig konnte Feldmarschall Reichsfürst Grigori Potjomkin der russischen Zarin Katharina II. im Jahr 1787 beim Besuch seiner Herrscherin im neu eroberten Krimgebiet möglicherweise etwas vormachen.

Langfristig ganz sicher nicht.

Ebenso sicher werden auch sie vor erstaunten Kunden in sich zusammenfallen:

Die potemkinschen Dörfer im Interim Management.

Friday, June 03, 2011

DANN ABER IST MANATNET UNSCHLAGBAR

Fotograf: © Nessquick – Titel: ScoreboardNoch immer treffe ich regelmäßig auf Interim Manager, die MANATNET skeptisch gegenüber stehen. Im Kern ist diese muntere Skepsis auf die Einschätzung zurückzuführen: Interim Management und Internet passen nicht zusammen.

Wenn ich dann nachfrage, was die Beweggründe für diese Einschätzung sind, dann kommen typischerweise zwei Aussagen:

Die erste: „Im Interim Management kommt es entscheidend darauf an, dass der Interim Manager auch menschlich genau auf die Situation beim jeweiligen Kunden passt.“

Die zweite: „Interim Management ist „People´s Business“.

Vorab: Ich stimme beiden Aussagen zu. Jedoch: Beide Aussagen sprechen nicht gegen Interim Management im Internet.

Zunächst einmal ist es unsinnig anzunehmen, dass die ganze Welt, sämtliche Branchen durch das Internet verändert werden: Nur genau die Interim-Branche nicht.

Zum Argument „menschliche Passgenauigkeit“: Ich weiß, so gut wie jeder meiner Provider-Kollegen sieht hier einen der wesentlichen Vorteile der Interim-Provider. Ich stehe dem immer sehr skeptisch gegenüber.

Zwar bin ich der festen Überzeugung, dass der Provider dafür sorgen muss, dass nur wirklich gute und aus seiner Sicht auch „passende“ Interim Manager vorgeschlagen werden.

Nur: Ob das wirklich „menschlich“ passt, wird doch letztlich immer der Kunde, genauer: der oder die Menschen auf der Kundenseite entscheiden. Und wir wissen doch inzwischen, wie weitgehend Emotionen-gesteuert das zwischen Menschen abläuft. Die Stichworte hier sind zahlreich und enden beim Geruchsempfinden.

Und: Ich bin lang genug in der Industrie unterwegs. Kein Kunde wird sich für Interim Manager A anstelle von Interim Managerin B entscheiden, nur weil der Provider sich für diesen Interim Manager stark macht. Zumindest die professionell arbeitenden Kunden nicht. Ich gebe jedoch zu: Diese Kundengruppe schrumpft.

Zum „People´s Business“: Das wiegt aus meiner Sicht schon schwerer. Jedoch: Damit ist ja nicht gemeint: „Ich kenne den Schorsch gut – also kaufe ich beim Schorsch.“. Alles und nicht hinterfragt. Kein professionell tätiges Unternehmen erlaubt sich noch diesen „Einkauf nach Gutsherrenart“. Allein schon, um jedes „Geschmäckle“ zu vermeiden.

Ich denke, damit ist doch vielmehr gemeint: „Ich kenne den Schorsch gut – also frage ich den Schorsch.“ Und das ist dann noch immer ein enormer Vorteil für den jeweiligen Provider, denn er wird in den Suchprozess eingebunden – und andere eben nicht. Aber auch das spricht letztlich nicht gegen das Internet, sondern es zwingt uns, MANATNET, schlich dazu, ebenfalls Beziehungen zu unseren „Schorschs“ aufzubauen und zu pflegen.

Unser Credo hierfür ist eine überragende Kundenorientierung, eine bis an die Grenzen gehende offene Kommunikation und uneingeschränkte Fairness.

Dann aber können wir mit dem Pfund Internet wuchern: schnell, transparent und preiswert.

Dann aber ist MANATNET unschlagbar.