Friday, March 25, 2011

ENDORPHINE IM INTERIM MANAGEMENT

Fotograf: © Knipsermann - 'Spassmacher'Was für eine Woche!

Die neue Server-Infrastruktur geht in Produktion. Cloud-Computing: Auch hier sind wir ganz vorn dabei! Sicher wie nie zuvor und etwa zweimal schneller in der Performance als bisher. Sofort sichtbar bei Datenbankabfragen.

Die neue MANATNET-Site steht. Die Qualitätssicherung ist abgeschlossen. Alles fertig für die Portierung auf die neuen Server und damit für den Relaunch – spätestens am 3. April.

Die AIMP-Studie 2011 ist fertig, die Ergebnisse mit Vera Bloemer und Thorsten Becker durchgesprochen und qualitätsgesichert.

Ein Mandat abgeschlossen mit einem sehr weitsichtigen Unternehmer aus dem Mittelstand: MANATNET konnte den besten Kandidaten liefern. „Seine Erfahrung und auch seine Seniorität, die im Gespräch deutlich wurde, hat mich überzeugt“, sagt der Unternehmer.

Zwei neue Anfragen erhalten: Kein Larifari, sondern ganz konkrete Situationen, in denen Interim Manager helfen sollen, besser: müssen.

Was für eine Woche: Endorphine im Interim Management.

Friday, March 18, 2011

ICH VERBEUGE MICH IN TIEF EMPFUNDENEM RESPEKT

Fotograf: © みゆき - 'AYP0721424 'Kann ich heute mein Interim-Blog schreiben, als wenn nichts geschehen wäre?

Business as usual? Blogging as usul?

Ich kann das nicht, im Angesicht der Schreckensmeldungen aus Japan.

Befeuert durch Sender wie n-tv gehen stündlich Bilder auf mich nieder: Wie anders sähe wohl die Apokalypse aus – der ja, immerhin: ein Hoffnungsschimmer, das Reich Gottes folgen soll?

Etwa 20 Menschen arbeiten vor Ort direkt an den havarierten Reaktoren von Fukushima.

Unter viel zu hoher Strahlung.

Sie wissen, dass sie durchaus sterben können.

Sie tun das für ihr Land und für ihre Mitmenschen.

Sie wissen dabei nicht einmal, ob sie durch ihr Opfer den GAU verhindern können.

Mit gestrecktem Rücken, der Waagerechten (dem rechten Winkel) sehr nahe kommend und länger in der Verneigung verharrend:

Ich verbeuge mich in tief empfundenem Respekt.

Friday, March 11, 2011

INTERIM PROVIDER-GESCHAEFT - RISKS AND MITIGANTS

Fotograf: © Sabs - 'Feuer'Siebzehn lange Jahre war ich Banker. Geprägt hat mich vor allem meine Arbeit für die Chase Manhattan Bank im Firmenkundengeschäft. Bis zu meiner vorgezogenen „Midlife-Crisis“ anno 1992, die mich aussteigen und bei Burda anheuern ließ.

Ich will diese Zeit keineswegs verherrlichen: Ganz im Gegenteil. Schon damals war die alles überragende Frage „Was verdienen wir an jedem Kunden?“. Und Kundenverbindungen, die die interne Erlös-Hürde nicht nahmen, fielen dem alljährlichen „Pruning“-Prozess zum Opfer: Das aus Baumschulen geläufige „Ausholzen“ sollte den Baum, vulgo: die Bank, kräftigen – und so zu mehr Ertrag führen. Ich habe das im tiefen Innern gehasst, wenn auch verstanden.

Schon damals, als die deutsche Konkurrenz noch vorwiegend nach Gutsherrenart entschied, wurden von Chase Kredite nur nach aufwändigen, also teuren, Kreditanalysen vergeben. Diese Analysen resultierten – Achtung! – bereits im Jahr 1985 in einem „Credit Rating“ von 1 bis 6, an das auch die Margen im Kreditgeschäft gekoppelt waren.

Ja, diese Analysearbeit hat mich nachhaltig geprägt. Ausnahmslos für jeden Kunden mussten wir durchleuchten: Markt, Produkt- oder Dienstleistungsportfolio, Management (!), Verwendungszweck und Rückzahlung des Kredite sowie Bilanz und G&V samt zwei Seiten Kennzahlen.

Zudem mussten wir uns mit „Risks and Mitigants“ auseinandersetzen – also den unternehmerischen Risiken, denen das jeweilige Unternehmen ausgesetzt ist, und mit dem, was es gegen diese Risiken tut. Oftmals hatten die Kunden hier keine Antworten, stattdessen wurden die Risiken gern verdrängt.

Nach diesen langen Jahren wundert es mich nicht, dass ich auf diese Werkzeuge noch heute fast automatisch zurückgreife.

Und so stelle ich die Frage nach den „Risks und Mitigants“ in unserem Provider-Geschäft hin und wieder mal im Kollegenkreis. Auch hier: Keine Antworten, stattdessen eher Verdrängung. Ein Pfeifen im Walde?

Fakt ist: Das Interim Geschäft in Deutschland hat sich seit den Anfängen vor gut dreißig Jahren so gut wie nicht verändert – MANATNET sei hier einmal ausgenommen.

Fakt ist: Das Interim-Geschäft in Deutschland zeichnet sich nicht unbedingt durch Innovationsfreude aus – MANATNET sei hier einmal ausgenommen.

Fakt ist: Noch immer kommen mehr Mandate direkt zwischen Kunden und Interim Manager zustande als über Provider.

Fakt ist: Das Internet befördert direktes Kommunizieren und Handeln – nicht indirektes.

Fakt ist: Für die nächste Woche hat sich eine Journalistin für ein Interview angekündigt. Das Thema lautet:

Interim Provider-Geschäft – Risks and Mitigants

Friday, March 04, 2011

MEIN LUKRATIVSTER AUFTRAG IN MEINER 14-JAEHRIGEN GESCHICHTE ALS INTERIM MANAGER

Fotograf: © Knipsermann -'Frühbeet!(2)'Blogeinträge erhalten Leser-Kommentare. Meins auch. Aus meiner Sicht etwas zu wenige, denn andere Blogs erhalten mehr. Die aber widmen sich nicht dem Thema Interim Management.

Ich denke, es ist typisch für Interim Manager, dass sie sich eher bedeckt halten: Zumindest die guten. Ein typisches Verhalten der Interim Manager bei MANATNET also.

Und so erklärt es sich, dass ich mehr Feedback auf bilateralem Weg erhalte – meist über E-Mail. So auch auf meinen Eintrag „Variable Honorare im Interim Management“.

Ein sehr geschätzter Interim Manager schrieb mir (mit seiner Zustimmung darf ich das verwenden):

„Sehr geehrter Herr Becker,

leider bin ich erst heute dazu gekommen, Ihren Blog von letzter Woche zu lesen. Auch ich bin davon überzeugt, dass variable Honorierungen zunehmen werden - aber mit ganz neuen, anderen Modellen als bei einer Festanstellung. Dazu ein Beispiel:

Für einen deutschen Konzern habe ich eine Tochtergesellschaft als (in Handelsregister eingetragener) Liquidator aufgelöst/liquidiert. Es wurde mein ganz normales Stunden- und Tages-Honorar zuzüglich Reisekosten und MwSt vereinbart.

Der Konzern hatte für die Liquidation ein Budget in Höhe von maximal 1,2 Mio. Euro (einschl. Sozialplan) vorgesehen. Dieser Betrag durfte auf keinen Fall überschritten werden. Es wurde aber eine Erfolgsprämie für mich vereinbart: Sollte ich für die Liquidation weniger als diese 1,2 Mio. benötigen, würde die Differenz zwischen Budget und verbrauchten Kosten zwischen dem Unternehmen und mir geteilt.

Es war mein lukrativster Auftrag in meiner 14-jährigen Geschichte als Interim Manager !“