Friday, February 25, 2011

DIE SYMPHONIE DER TAGESAETZE IM INTERIM MANAGEMENT

Wissenstransfer kennzeichnete diese Woche:

Ein internationaler Top-Manager entscheidet sich, in das Interim Management einzusteigen: Er möchte wissen, was er beachten muss. Wir führen ein intensives Gespräch über fast zwei Stunden. Wir werden ihn sehr gern bei MANATNET aufnehmen. Wieder ein Interim Manager aus der „Risikogruppe“: Potenziell für einige Kunden überqualifiziert.

Ein Mittelständler entscheidet sich, für den Umbau seines Unternehmens einen Interim Manager an Bord zu holen. Respekt! Zu Beginn unseres Dialogs fällt der Satz: „Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt.“ Wir führen ein intensives Gespräch über fast zwei Stunden.

Zum Glück haben wir ja die Presse als Partner im Wissenstransfer in Sachen Interim Management:

So berichtet das Handelsblatt am Mittwoch, 23. Februar, unter der Überschrift „Interim Manager überbrücken Engpässe“ das, was jeder Insider weiß:

„Krisenmanagement, Ertragssteigerung und Geschäftsentwicklung sind die Bereiche, in denen Interim Manager derzeit besonders aktiv sind. Vor allem im Maschinenbau und in der Automobilindustrie sind Manager auf Zeit heute gefragter denn je.

Dank anziehender Konjunktur erlebt die Branche einen wahren Boom: DDIM-Vorstand Jens Christophers berichtet in dem Artikel sogar von Schwierigkeiten, tatsächlich alle Anfragen mit passenden Personen zu bedienen.

Für das laufende Jahr erwartet Christophers ein Plus von gut 30 Prozent bei den Honorarumsätzen. (Anmerkung des Bloggers: Nicht (!) der Tagessätze).

Die Tagessätze gibt der Artikel mit 750 bis 1.000 Euro an.

„Unverständlicher Weise“, wie die DDIM sofort dazwischen grätscht. Zitat: „Die DDIM hatte 2009 und 2010 in Umfragen Mittelwerte von rund 1.200 Euro und höher festgestellt und kommuniziert ausschließlich diese.“

Ein Kommunikations-Problem oder tatsächlich eine Lücke im Wissenstransfer?

Ein simpler Klick auf MANATNET hätte dem Handelsblatt unseren INTERIMTREND und einen durchschnittlichen Tagessatz aller bei MANATNET anbietenden Interim Manager von gut 1.100 Euro und einen Median von 1.050 Euro offen gelegt. Fakten, keine Einschätzungen. So leicht kann das gehen.

Ein wesentlicher Beitrag von MANATNET im Rahmen des Wissenstransfers, der im Interim Management noch immer erforderlich ist. Und wir sind sehr zuversichtlich, dass sie irgendwann endet:

Die Symphonie der Tagessätze im Interim Management.

Friday, February 18, 2011

VARIABLE HONORARE IM INTERIM MANAGEMENT

Fotograf: © Knipsermann, Ernst Rose - 'Banker'Interim Manager werden von ihren Kunden typischerweise mit einem Tagessatz bezahlt. Je nach Aufgabe, geforderter Qualifikation und Verhandlungsstärke kann dieser Tagessatz sich in einer Bandbreite von 750 bis 2.000 Euro bewegen – mitunter auch darunter oder gar darüber. Hinzu kommen Spesen und, natürlich, Mehrwertsteuer.

Seltener werden Pauschalen vereinbart – zum Beispiel 15.000 Euro für 20 Tage im Monat. Letztlich ist das auch nichts anderes als ein Honorar auf der Grundlage eines Tagessatzes, ist aber etwas leichter in der Abrechnung zu handhaben.

Noch seltener werden variable Preise vereinbart: In den acht Jahren unseres Unternehmens wurde das nur in zwei Fällen verhandelt: In beiden Fällen kam das Projekt nicht zustande.

Warum ist das so?

Grundsätzlich erwarte ich, dass der Zug in Richtung variabler Entlohnung der Interim Manager fährt. Warum? So gut wie jedes moderne Unternehmen vergütet die Arbeit von neuen Mitarbeitern mit einem Gehalt, das sich aus einem festen und einem variablen Bestandteil zusammensetzt. Bei debis war das schon 1996 so, als ich einen Vertrag mit einem variablen Bestandteil in Höhe von 50 % unterschrieben hatte.

Wenn also das Interim Management im Rahmen der Flexibilisierung der Arbeit (-skosten) wachsende Bedeutung für die Unternehmen erhalten wird: Dann gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass dieses Modell irgendwann die Interim Manager erreichen wird.

Dafür ist es jedoch erforderlich, die Messlatte, an der die variable Vergütung festgemacht wird, für die Interim Manager anders zu definieren, als für Mitarbeiter in Festanstellung. Hier sind die beiden wesentlichen Unterschiede:

Unternehmens- oder Team-Komponente: In aller Regel versuchen die Unternehmen, die in den Stellenanzeigen ausnahmslos kolportierte Forderung nach „Teamfähigkeit“ nicht dadurch zu torpedieren, dass die Messlatte ausschließlich an der Leistung des Einzelnen (!) ausgerichtet ist. Daher hat eine Zielvereinbarung in aller Regel eine Team-, Abteilungs-, Bereichs- oder sogar eine Unternehmenskomponente. Motto: „Seid gut zueinander und helft Euch gegenseitig! Dann stimmt die Performance und dann stimmt auch die Kohle.“

Kaum ein Interim Manager wird solche Ziele für Gruppen, deren Bestandteil er typischerweise qua Mandat genau nicht sein soll, akzeptieren – ich jedenfalls kenne keinen.

Fristenkongruenz: Auch das an die Performance des gesamten Unternehmens gekoppelte Ziel ist schwerlich sinnvoll, agiert doch der Interim Manager typischerweise für weniger als zwölf Monate im Unternehmen – und hat damit keinen Einfluss auf das gesamte Geschäftsjahr. Zudem würde ein solches Ziel eine Fristenkongruenz zwischen der Leistung des Interim Managers und dem Niederschlag allein seiner Arbeit im Unternehmensergebnis unterstellen. In langfristigen Restrukturierungsmaßnahmen mag das so sein, sonst eher nicht.

Darüber hinaus gibt es einen weiteren Punkt aus, Achtung!, meiner ganz persönlichen Sicht, der variable Vergütungen für die Unternehmen so unpopulär macht:

Ich kenne Interim Manager, die dem Kunden für z. B. ein Projekt mit einer Laufzeit von neun Monaten anbieten, für eine monatliche Pauschale von 10.000 Euro (ich habe auch schon von 5.000 Euro gehört) zu arbeiten, wenn eben dieses Unternehmen einer zusätzlichen variablen Vergütung zustimmt. Für die Mathematiker unter uns: Das entspräche einem Tagessatz von etwa 500 Euro (oder gar 250 Euro).

Jeder, der professionell im Interim Management unterwegs ist, weiß, dass ein solcher Betrag gerade die Kosten deckt – wenn überhaupt.

Klar, dass solche Interim Manager im Gegenzug dann im Erfolgsfall richtig Geld sehen wollen: Denn dann wurde das Ziel erreicht und das Unternehmen steht viel besser da als vorher.

Richtig Geld heißt in unserem Beispiel dann realistischer Weise wohl um 150.000 Euro – die Summe aus Erfolgs- und Risikoprämie:

Zunächst einmal wird der Interim Manager erwarten, dass er über den variablen Anteil seinen „normalen Markt-Preis“ erzielen wird. In unserem Beispiel sollte das Unternehmen mindestens 1.000 Euro unterstellen – wahrscheinlich mehr. Allein aus dieser Komponente ergibt sich ein Betrag von 90.000 Euro.

Darüber hinaus wird der Interim Manager eine Risiko-Prämie erwarten: Dafür, dass er (oder auch sie, natürlich!) das Risiko eingeht, leer auszugehen, sollten die Ziele aus irgendeinem Grund nicht erreicht werden können. Eine solche Risikoprämie hängt vom Verhandlungsgeschick ab, jedoch halte ich zwei Drittel der Erfolgsprämie für die Untergrenze. Auf dieser Basis kommen dann weitere 60.000 Euro hinzu.

Alles zusammen genommen errechnet sich in unserem Beispiel ein Tagessatz von gut 1.330 Euro – ein vollkommen marktkonformer Preis.

Jedoch: Einen „Bonus“ in Höhe von 150.000 Euro in den Vertrag mit dem Interim Manager aufzunehmen, das empfinden die meisten Unternehmen als ein Unding. Ja, es gibt mehr Unternehmen als man glauben mag, die in unserem Modell die variable Komponente am liebsten übergehen möchten: Soweit liegen die Dinge bisweilen auseinander.

Und das muss sich ändern. Und ich denke, das wird sich ändern – und damit das Modell populärer werden:

Variable Honorare im Interim Management.

Friday, February 11, 2011

DIE POLE POSITION UNTER DEN INTERIM MANAGEMENT-BLOGS

Fotograf: © PolluxTS - 'Hightech'Sicher: Deutschland ist nicht der Nabel der Welt! Hierzulande vergessen wir das gern einmal – oder wir verdrängen es zumindest.

Sicher: So überragend viele Blogs zum Thema Interim Management gibt es nicht in Deutschland! Hierzulande beherrschen das Interim-Geschäft die Traditionalisten – oder sie behaupten es zumindest.

Dennoch freue ich mich ein wenig: Wer bei Google unter den aus Deutschland kommenden Seiten nach „Interim Management Blog“ sucht, findet auf Position 1 das MANATNET-Blog. Unter (wie stets: sinnvollen und weniger sinnvollen) 34.000 Treffern (Stand: heute Morgen). Immerhin!

Auf Position 2 folgt das Blog von Bridge und auf drei das von ZMM.

Meine Leser wissen, dass es mich erhebliche Überwindung kosten würde, mich jetzt stante pede zum „führenden Interim-Blogger in Deutschland“ auszurufen. Eine Gelegenheit, die sich der eine oder andere Wettbewerber sicher nicht entgehen lassen würde. (Siehe April 2010: „Bescheidenheit sei des Providers Zier“)

Stattdessen lässt mein Hirn Revue passieren:

Seit dem 1. September 2007 jeden Freitag einen Blogeintrag – auch an christlichen Feiertagen.

Seit dem 1. September 2007 jeden Freitag um 15.00 Uhr online gestellt – mit wenigen Ausnahmen, die sich dann tatsächlich nicht vermeiden ließen.

Seit dem 1. September 2007, einschließlich heute, 306 Texte geschrieben – ausnahmslos selbst: Niemand sonst.

Was für ein Aufwand!

Regelmäßig frage ich mich: Ist es das wert?

Aber so ist es halt. Anders gewinnt man sie wohl nicht:

Die Pole Position unter den Interim Management-Blogs.

Friday, February 04, 2011

ICH MACHE IHR UNTERNEHMEN FIT FUER DIE ZUKUNFT

Fotograf: © bsehai -'Roemerpark Xanten 'Seit ein paar Wochen mache ich mich schlau: Ich fresse so ziemlich alles, was mir zum Thema Social Media unterkommt. Kein Seminar, das ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern schuldig ist oder zu sein glaubt: In der Unternehmerwelt läuft das anders – und schlägt sich allenfalls in den Umsatzzahlen von Amazon nieder.

Aber es kostet viel Zeit.

Und es schafft Stress: Einen Stress der bislang ungewohnten Art, denn er geht an die Wurzeln unseres Interim-Geschäftes.

Sich in Social Media einzuarbeiten, heißt Neuland zu betreten. Trend-Experten, auch selbsternannte, glauben, Social Media sei einer der Mega-Trends schlechthin und leiten daraus wieder einmal einen Paradigmenwechsel ab (den wievielten eigentlich?). Social Media habe enorme Auswirkungen auf die Art, wie Unternehmen mit Kunden kommunizieren und vor allem verliere das eindimensionale „Push“-Marketing (Unternehmensbotschaft an Kunden) dramatisch an Bedeutung und werde mittelfristig, ja zum Teil bereits jetzt, ersetzt durch das Empfehlungsmarketing (Kunden empfehlen Freunden das Produkt oder die Dienstleistung des Unternehmens). Mag sein.

Sicher ist: Da entsteht etwas komplett Neues! Damit einher gehen neue Internet-Sites (z. B. Facebook oder Groupon), neue Dienstleistungen (z. B. Agenturen für Social Media Strategien) und – natürlich – eine gegen unendlich tendierende Anzahl von neuen Dienste- oder Softwareangeboten (z. B. Hummingbird oder Technorati). Und ich gebe verschämt zu: Manchmal raucht mir der Schädel!

Aber, da müssen wir durch, denn das war vor gut 15 Jahren auch nicht anders, als das Internet, Browser und E-Commerce aufkamen: Auf geht´s zu neuen Ufern!

Und dann gibt´s Lebensläufe von einigen Interim Managern, die sich bei MANATNET bewerben. In Word: wohl einer der ältesten und am meisten verbreiteten Softwarelösungen überhaupt.

Doch der Autor hat keinen Schimmer einer Ahnung davon, wie Word zu bedienen ist – vergisst aber nicht unter „Sonstiges“ darauf hinzuweisen, dass er versiert ist im Umgang mit MS-Office-Paketen.

Und kennt keinen festen Seitenumbruch.
Und kennt keine Textformatierung.
Und kennt keine individuellen Tabulatoren.
Und kennt keine hängenden Einzüge.

Und richtet um einigermaßen klarzukommen die einzelnen Zeilen und sogar Textblöcke durch Stakkato-artiges Drücken der Leertaste aus.

Das ist nicht die Regel, jedoch auch beileibe nicht die Ausnahme.

Das letzte Dokument dieser Art erhielt ich diese Woche. Es ist überschrieben:

Ich mache Ihr Unternehmen fit für die Zukunft.