Friday, January 28, 2011

DEM MITTELSTAND ENTGEHEN 30 MRD. EURO

Fotograf: © Nessquick -'Loch im Tank 'Aufgrund des Fachkräftemangels - vulgo: „qualifizierter Mitarbeiter“ - entgehen dem Deutschen Mittelstand in diesem Jahr mindestens 30 Mrd. Euro. Das hat Ernst & Young, eine renommierte Beratungsgesellschaft, hochgerechnet: „Und das ist noch eine konservative Rechnung, man könne leicht zu einer höheren Zahl kommen“, so Peter Englisch, Leiter Mittelstand bei Ernst & Young – und er ergänzt: „Die Umsatzeinbußen werden steigen.“

Nichts wirklich Neues: Bereits im Dezember 2007 war das Thema „Umsatzeinbußen aufgrund des Fachkräftemangels“ en vogue. Damals wies die FAZ darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft durch das Fehlen von „qualifizierten Mitarbeitern“ einen „Wertschöpfungsverlust“ in Höhe von18,5 Mrd. Euro erlitte.

Ernst & Young spricht nur vom deutschen Mittelstand – dafür ist die Zahl deutlich höher. Was schätzen wir für das Jahr 2015 – also noch einmal vier Jahre weiter? Sicher noch einmal höher!

Der DGB verlangt, zwingend logisch, man müsse „alle Potenziale im eigenen Land“ heben.

Macht „man“ aber heute so wenig wie 2007. Ich wiederhole meine Konsequenz von damals: Anderenfalls wäre unser Marktplatz mit enormer Kompetenz im Mittelstand „leergekauft“.

Stattdessen haben wir erst in diesem Monat wieder die Erfahrung machen müssen, dass Mittelständler die für eine unternehmenskritische Aufgabe vorgeschlagenen Interim Manager als „überqualifiziert“ abgelehnt haben. Das ist dann die hohe Schule: „Wir kommen nicht weiter, weil die Leute, die uns zur Verfügung stehen, zu viel drauf haben!“

Schon seltsam: Interim Management kann Lücken im Mittelstand schließen – sicher nicht alle, jedoch ebenso sicher viele kritische. Aber der Mittelstand greift nicht konsequent auf diese Möglichkeit zurück.

Kaum zu glauben: Vier Jahre später - aber keinen Schritt weiter!

Dem Mittelstand entgehen 30 Mrd. Euro.

Friday, January 21, 2011

DA BIN ICH GANZ TRADITIONALIST

Fotograf: © Heinz Hasselberg - '168 Kaffee-Tradition 'Vorab: Es gibt ein neues Blog zum Interim Management. Vor wenigen Tagen haben meine Freunde von ZMM Ihr Blog unter http://blog.zmm.de/ gestartet. Der Titel „interMeZZo“ spielt sehr schön mit dem Thema „Interim Management“ und dem eigenen Logo. Gefällt mir gut. Ich denke, die Kollegen werden einiges von Relevanz zu berichten wissen.

Heute, am Geburtstag, nimmst Du Dir am besten nicht viel vor:

Kopf und Augen sind noch einigermaßen müde nach dem AIMP-Treffen gestern in Frankfurt. War aber ein toller Tag! Aber ein Uhr nachts ist halt doch etwas spät.

Dennoch: Eine Anfrage bedienen. Der Kunde wartet drauf. Liegen lassen: Undenkbar!

Anrufe.

Mails.

Xing.

Skype.

Facebook.

Twitter ist offline: Ups!

Glückwunsch-Karten, ganz traditionell über die Deutsche Post.

Ich freue mich über jeden dieser Glückwünsche über alle diese Kanäle – traditionelle, aktuelle, analoge und digitale. Ich antworte auch: Jedem Gratulanten. So sind wir halt, Silver-Ager.

Es gibt Zeitgenossen, die sind so engmaschig vernetzt, dass sie der Glückwünsche nicht mehr Herr(-in) werden: Unter der Logik „pars pro toto“ antworten sie einmal an alle Absender – zum Beispiel bei XING: „Ich bin nicht in der Lage, jedem zu antworten: Daher hier mein Dank an alle.“
Eine Danksagung am digitalen Schwarzen Brett! Auf dass es auch jeder lese…

Neue Medien-Hype hin, neue Medien-Hype her. An dieser Stelle vielleicht mal nicht:

Da bin ich ganz Traditionalist!

Friday, January 14, 2011

WIR LIEBEN INTERIM MANAGEMENT

Fotograf: © annah2002 - 'Herz'Im Januar komme ich mir regelmäßig vor wie eine Schlange, die sich häutet: Das alte Jahr ist ´rum und auf einmal völlig unerheblich. Die erste Projektanfrage erhält die laufende Nummer eins unter einer neuen Jahreszahl; die Buchhaltung stellt die Rechnung mit der Nummer 1 und selbst die rollierende Planung firmiert unter einem neuen Kalenderjahr.

Neuanfang.

Reflexartig wird das vergangene Jahr als Basis gelegt, auf der das Unternehmen wachsen soll. So sind wir konditioniert. Und zum guten Ton gehört das auch, denn Wachstum macht uns in unserem Kulturkreis zu Siegertypen. Ein weitverbreiteter Blödsinn aus meiner Sicht.

Der Januar wird aber auch durch heftige Arbeit für den AIMP bestimmt: So ist es halt in einem Arbeitskreis (nein, wir sind kein Verband!).

Im Januar findet traditionell das informelle Providertreffen in Frankfurt statt – man trifft sich beim Abendessen und ohne Agenda zum Meinungsaustausch in schon fast vertrauter Runde. Eine Veranstaltung, die ich persönlich sehr schätze.

Die AIMP-Termine für die regionalen Foren Interim Management und das Jahres-Forum Interim Management (in diesem Jahr auf einer Burg: super!) werden veröffentlicht und die Vereinbarungen mit den „Speakern“ sowie den Referenten für die Workshops müssen getroffen werden.

In diesem Jahr kommt ein weiterer Baustein hinzu: Der AIMP wird erstmals einen „Award“ für den „Interim Manager des Jahres“ verleihen. Das Auswahlverfahren ist zu definieren - und das verschlingt einiges mehr an Zeit und Hirn-Aktivitäten als ich gedacht hatte.

Im Januar bereite ich zudem, gemeinsam mit Thorsten Becker, die AIMP-Providerumfrage für das aktuelle Jahr vor – und eine Art „Kick-off“ findet im Rahmen des Frankfurter Providertreffens statt. Dann haben alle Teilnehmer bis zum Ende Februar Zeit, die doch recht umfangreichen Fragen zu beantworten. Im März ist meine Frau auf Mode-Tour, so dass ich ein Wochenende darauf verwenden kann, die Ergebnisse in Charts zu kleiden: Schon eine irre Taktung!

Und jedes Mal im Januar frage ich mich: Warum tun wir uns das an?

Und jedes Mal muss ich antworten:

Wir lieben Interim Management.

Friday, January 07, 2011

MANATNET - EIN ZWIELICHTIGER NESTBESCHMUTZER

Fotograf: © Renate65- 'Mutter brütet'Die wichtigste strategische Entscheidung für unser Interim Geschäft fiel im November des vergangenen Jahres: Allen bei MANATNET registrierten Interim Managern geben wir ab 2011 die Hälfte unserer Provision ab, wenn über die Firmen-Kontakte der Interim Manager ein Interim-Mandat zustande kommt.

Es war absehbar, dass wir dafür wieder Prügel beziehen würden.

Und wir bezogen Prügel.

Wie immer: Nicht im offenen Dialog, sondern im abgeschotteten Kämmerlein der Gleichgesinnten, die MANATNET wieder einmal „unseriöses“ Verhalten sowie den eklatanten Verrat am Interim Geschäft (vulgo: Gefahr für´s eigene Geschäftsmodell) vorwarfen: Digitale Nestbeschmutzung halt.

Aber es blieb halt nicht im Kämmerlein: Die informellen Kommunikationskanäle in unserer Interim-Welt sind schon bemerkenswert.

Das ist schon ein Frevel, wenn wir die Interim Manager, die doch alle in unserer Branche als wesentliche Partner titulieren (klar: wie sonst sollte unser Geschäft machbar sein?), diese Partner dann auch noch als solche behandeln: „Du trägst die eine Seite zum Geschäft bei – wir die andere. Lass uns die Erlöse teilen.“

Ja, ist denn das zu glauben? Wie kann man nur!

Dennoch verstehe ich das Jammern: Wenn ein Interim Manager bei MANATNET die Hälfte vom Erlös erhalten kann: Weshalb sollte er – oder sie – das Geschäft dann einem anderen Provider andienen, der nur ein Viertel zahlt? Und dadurch auf einige Tausend Euro verzichten?

Ruhig, Kollegen!

Zunächst: Die meisten Interim Manager haben noch gar nicht erkannt, welche enormen Möglichkeiten sie unter einem solchen Modell haben. Und dann: Ihr könnt das doch auch ganz leicht anbieten. Das erfordert nicht viel mehr als eine Mail an alle.

Und wenn Ihr das eben nicht wollt – oder nicht könnt, weil Eure Kostenstrukturen das nicht erlauben: Die Registrierung bei MANATNET ist für jeden zwingend, der an diesem Programm teilnehmen möchte – und es gibt ja Menschen, die akzeptieren unsere Registrierungsgebühr von 150 Euro nicht, die ihnen unter anderem die von anderer Seite kritisierte hälftige Erlösteilung eröffnet. Auch da fällt dann schon einmal der Begriff: „unseriös“: Schon erstaunlich, nicht?

Ich fürchte, wir müssen halt gramgebeugt damit leben:

MANATNET - ein zwielichtiger Nestbeschmutzer