Friday, September 24, 2010

ZEIT ZUM NACHDENKEN

© Fotograf: tululli - 'Innere Einkehr'Erwartet hatte ich, dass in dieser Woche die Post abgehen würde: Seit 13. September ist mit Bayern das letzte Bundesland aus den Ferien zurück und in der vergangenen Woche konnte sicher alles abgearbeitet werden, was während der Urlaubswoche liegen geblieben ist.

Dachte ich.

Auch diese Woche blieb ruhig. Projekte kamen nicht weiter, Entscheidungen wurden in den Oktober geschoben (Beginnen da nicht wieder die Herbstferien?). Mails kamen zurück mit dem frohen Hinweis auf „Urlaubsabwesenheit“. Jetzt aber offenbar von anderen Empfängern.

Was tue ich dann? Ich könnte auf die Idee kommen, mich in die Sonne zu setzen. Ohne Notebook, dafür mit einer traditionellen Kladde. Oder durch die Weinberge zu spazieren - ohne Notebook, dafür mit Handy.

Ego-zentriertes Brainstorming nenne ich das. Unter der Fragestellung: Was machst Du 2011?

Das ego-zentrierte Brainstorming gebiert die beiden Themen „Vertrieb“ und „Benutzerfreundlichkeit von MANATNET“.

Von unserem Modell „Sales-Executive“ habe ich mir mehr versprochen. Alles prima Menschen, mit denen wir im Vertrieb zusammenarbeiten. Dennoch müssen wir in Zukunft andere Wege gehen. Seit dieser Woche weiß ich, welche.

MANATNET ist stabil und in seiner Ausprägung auch nach sieben Jahren nicht kopiert worden. Ich ahne warum: Es ist viel zu komplex und es ist nicht trivial, ein volles Jahr an Vorarbeiten zu finanzieren. Aber: In den Zeiten von Facebook, Twitter und Xing können wir noch mehr machen, noch besser werden. Seit dieser Woche weiß ich, wie.

Ich danke den Unternehmen, die mir eine ganze Woche voll unerwarteter Freiräume geschenkt haben. Ein kostbares Geschenk:

Zeit zum Nachdenken.

Friday, September 17, 2010

ANTWORT? FEHLANZEIGE!

© Fotografin: dorina - Titel am 13. April 2011 nicht mehr bei www.pics.de verfuegbarAm vergangenen Freitagnachmittag, nach meinem Blogeintrag, schlug das neue Projekt I-10-23 hier auf. Dass die Kunden sich aber auch immer so unmögliche Zeiten aussuchen müssen! (Ja, sicher, das war ein Scherz!)

Ich habe dem Kunden zugesichert, dass wir das Wochenende nutzen und am Montagmorgen die fachlichen Profile der Kandidaten, die in Frage kämen, liefern würden.

Trotz der strikten Vorgaben des Kunden (unter anderem „Alles über 1.000 Euro schauen wir uns nicht an!“) ergab die Datenbankabfrage 24 mögliche Kandidaten: Sicher ein Rekord aus unserer Sicht – und ebenso sicher ein enormer Wettbewerb aus der Perspektive der Interim Manager.

Ich habe hier oft darüber berichtet: Ganz überwiegend wird das Feld „Verfügbarkeit“ in unserer Datenbank von den Interim Managern schlampig gepflegt (die kleinere Gruppe der Interim Manager, die dieses Feld akkurat pflegt, ist mir inzwischen ans Herz gewachsen).

Also, wie immer: Verfügbarkeit verifizieren, das Projekt kurz vorstellen und das Interesse der 24 Kandidaten an eben diesem Projekt bestätigen lassen. Ausdrücklich habe ich darauf hingewiesen, dass wir eine Antwort bis Montagmorgen benötigen, weil ich (!) zugesagt hatte, am Montagmorgen zu liefern.

Am Samstag haben alle 24 Kandidaten eine E-Mail mit eben diesem Inhalt von mir erhalten.

15 antworteten pünktlich: Ihnen gilt mein Dank!
1 antwortete verspätet: Kann mal passieren!
2 waren nicht verfügbar: Hey, wenige diesmal!

Und 6 (ein Viertel) haben bis heute nicht geantwortet: Auf eine persönliche E-Mail von mir, einem bekannten Geschäftspartner – überschrieben mit „Mögliches Projekt für Sie: I-10-23“.

Donnerwetter! Da würde ich mal gern die Ausreden hören - in Zeiten von "Mobile Internet", mobiler Kommunikation und Smart-Phones. Und mit Blick auf das zum Teil heroische Selbstverständnis der Interim Manager.

Ich kann damit nur ganz schwer umgehen:

Antwort? Fehlanzeige!

Friday, September 10, 2010

THEMA VERFEHLT

© Gaetano Groß, „Virtual City“ (Ausschnitt)Irgendwann haben wir unsere Analyse um den Punkt „initiativ“ erweitert. Wie überall, herrscht bei MANATNET, Europas erstem Internet-Marktplatz für Interim Management, auch dann völlige Transparenz vor, wenn wir wissen wollen, über welche Kanäle neue Bewerber zu uns kommen. Hierzu gehören auch Veranstaltungen des AIMP und seit einiger Zeit eben der Kanal „initiativ“ – also Bewerber, die uns ein Mail senden und sich bewerben: Für eine Festanstellung!

Über den Kanal „initiativ“ kommen derzeit gut 56 Prozent (!) der Bewerber, verglichen mit 53 und 40 Prozent in den Jahren 2009 und 2008.

Nun bin ich ja darauf geschult, beide Seiten in allem zu erkennen: Yin und Yang.

Gut ist, dass MANATNET ganz offensichtlich etabliert ist und daher von uns bisher unbekannten Menschen gefunden wird.

Schlecht ist, dass wir diesen Menschen ganz offensichtlich nicht deutlich genug kommunizieren, dass MANATNET ein Spezialist für´s Interim Management ist - auch wenn die Homepage verstörenderweise postuliert, in „Fettdruck“: MANATNET – INTERIM MANAGEMENT.

Im Ergebnis müssen wir mehr als jedem zweiten Bewerber, der uns kontaktiert, mitteilen, dass wir nicht der richtige Partner für ihn oder sie sind: Trotz der individuellen Stärken, von denen die Lebensläufe nur so strotzen und trotz der zum Teil tapferen Gehaltsvorstellungen.

Gut ist, dass diese Quote von etwa 1:1 weit besser ist, als die Lead-to-Deal-Quote im Interim Geschäft mit 3 bis 6:1.

Schlecht ist, dass bei mir eine Prägung aus der Schulzeit Überhand nimmt:

Thema verfehlt!

Friday, September 03, 2010

LASS MICH BLOSS ENDLICH IN RUHE!

Fotograf: (c) Swordfish - 'Giftgruen'Sommerzeit. Ferienzeit. Deutschland im kollektiven Erholungs-Modus. Das lässt sich bei MANATNET an vielen Details nachweisen – vor allem an den deutlich geringeren Zugriffen auf unseren Marktplatz.

Und auf dass ja keiner auf den Gedanken käme, die individuellen Urlaubsfreuden zu unterbrechen, hat es sich eingebürgert, Auto-Responder im Mailverkehr zu verwenden. Auf gut Deutsch: Man beauftragt den eigenen Mailserver, automatisch auf jede eingehende Mail die frohe Botschaft zu senden: „Ich bin von <DATUM1> bis <DATUM2> in Urlaub.“

An sich ist das eine sinnvolle Sache, wartete doch anderenfalls der Absender der Nachricht lange vergeblich auf eine Antwort (Ja, ich weiß: Vielfach wartet man auch außerhalb der Urlaubszeit lange vergeblich auf eine Antwort.)

Dennoch schüttele ich mitunter den Kopf ob des unprofessionellen Einsatzes dieser Autoresponder. So kommt es überraschend oft vor, dass die automatisch erzeugte Nachricht auch dann versendet wird, wenn <DATUM2> schon längst der Vergangenheit angehört.

Als lieblos empfinde ich zudem die Einfallslosigkeit der verwendeten Inhalte dieser automatischen Nachrichten: Offenbar gibt es drei, vier Templates (Textvorlagen) in Deutschland – und das ist es dann. Kein Mensch kommt offenbar auf die Idee, diese Autoresponder als Werbung für sich, zumindest aber zur eigenen „Imagebildung“ zu verwenden.

Ganz übel wird es, und das stelle ich verstärkt fest, wenn die Urlaubsnachrichten mit dem Satz enden: „Eingehende Mails werden nicht gelesen.“ Botschaft: „Was immer Du schreiben magst: Mich interessiert es nicht – und mein Unternehmen auch nicht!“

Oder noch besser: „Eingehende Mails werden nicht bearbeitet.“ Nicht einmal später also, nach dem Urlaub. Botschaft: „Was immer Du schreiben magst: Wir schmeißen es in jedem Fall in den Mülleimer.“

Und gestern bestand einer darauf, dass der geneigte Leser diese Aussage auch wirklich ernst nimmt: „Eingehende Mails werden nicht bearbeitet!!!!“ Mit vier Ausrufezeichen! Botschaft: „Lass mich bloß endlich in Ruhe!“