Friday, December 31, 2010

SYLVESTER-VORBEREITUNGEN IM ZEITRAFFER

Fotograf: © renelutz - '...müder Baer 'Eingestellt war ich auf ruhige Tage ab etwa Mitte Dezember. War es doch seit vielen Jahren so: Regelmäßig und planbar und auch ein wenig öde.

Und dann kam der Dezember 2010. Und dann kamen Anfragen, so viel wie noch nie in einem Jahr. Korrespondierend hierzu werden wir den registrierten Interim Managern von den zweithöchsten Zugriffen auf unseren Marktplatz MANATNET im gesamten laufenden Jahr berichten können. Und das in diesem einen Monat, in dem traditionell der traditionelle Winterschlaf Deutschlands beginnt.

Was ist denn hier los?

Arbeit bis zum Abwinken. Extreme Taktung, hohe Schule des Zeitmanagements, Abstimmungstermine mit Kunden und Interim Managern bis zum Abend des 23. Dezembers. Am Morgen des Heiligabends erst wird der Weihnachtsbaum beschafft. Direkt aus dem Tann: Just in Time Delivery.

Und nach Weihnachten geht´s unverändert weiter: Bis gestern Abend.

Ich habe nichts dagegen – rein gar nichts, denn das ist der Kern unseres Geschäftes.

Kein Problem also, wir fangen das auf:

Sylvester-Vorbereitungen im Zeitraffer.

Friday, December 24, 2010

O TANNENBAUM - DU GLAUBST ES KAUM

Fotograf: © maxxnetwork - 'Lichterbaum 'Fix und fertig und feierlich war er vorbereitet, mein Blogeintrag für diesen Heiligen Abend. So gewappnet kann man liebgewonnene Rituale auch am besonderen Feiertag durchhalten – ohne Stress im familiären Umfeld.

Und dann dies! Ein schier unglaublicher Kracher im Netz: Eine unerwartete und üppige Bescherung für mein Weihnachts-Blog!

Titel: „Hilfe für Führungskräfte am Rande des Nervenzusammenbruchs“
Sub-Titel: „Eine österreichische Firma vermittelt Manager auf Zeit.“ Punkt.
Bild: Manager mit verzerrtem Gesicht bis zum Hals in den Fluten – mit der einen Hand verzweifelt nach dem Rettungsring haschend – mit der anderen den geöffneten (!) Laptop auf der hohen Stirn heroisch vor den zerstörerischen Wassern bewahrend.

(Sicher ungewollte Assoziation: „Eher saufe ich ab, als mein Rechner!“)

Ein vor-festliches Präsent auf dem Silbertablett aus unserem Freundesland Österreich (ich liebe Österreich!): Ho, ho, ho…Mir san a no do!

Diesen geschichtemachenden Beitrag veröffentlicht tt.com, ein Portal der New Media Online GmbH in Innsbruck – und das Kürzel (TT) am Ende des Textes deutet darauf hin, dass die New Media Online GmbH diesen Artikel auch verfasst hat – und nicht das zitierte Unternehmen (Wenn doch? Das überlasse ich der Einschätzung meiner festlich gestimmten Leser.)

Kostprobe gefällig?

„Wien – Leistungsdruck, Terminstress, Angst vor dem Versagen und Verlust des Arbeitsplatzes prägen mittlerweile auch den Alltag vieler Führungskräfte. Das Resultat sind sehr oft Erschöpfungszustände bis hin zum endgültigen Burnout. Die österreichische Firma Bühler Management will den überarbeiteten Chefs eine Hilfestellung anbieten und vermittelt so genannte „Interim Managers“ – eben Führungskräfte auf Zeit, die den gestressten Managern helfend zur Seite stehen.“

Nach dem Unternehmens-Heroen und Sankt-Georgs-Ritter, dem Feuerwehrmann und erst kürzlich dem vorweihnachtlich neugeborenen „Wandermanager“ kommt nun der, na?, genau: „der Wohlfühlmanager“.

Ja, was macht Ihr denn da?

Ich hatte doch so einen schönen Weihnachtseintrag für mein Blog! Aber Eure Bescherung muss ich einfach dankbar annehmen: Da jauchzt das Herz des Bloggers: Hosianna in den Alpen-Höhen, es ist ein Gag entsprungen!

Ich hatte doch so einen schönen Weihnachtseintrag! Aber, hier steh ich nun – ich kann nicht anders:

O Tannenbaum, Du glaubst es kaum!


In diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten!

 

Fotograf: © Ernst Rose - 'Ist denn Weihnachten schon vorbei!!! '

 

Friday, December 17, 2010

WANDERER, KOMMST DU NACH SPARTA

Fotograf: © Patricus2 - 'I have managed it! '„Wanderer, kommst Du nach Sparta“, meldete sich reflexartig mein Langzeitgedächtnis, als ich die neueste publizistische Widerkäuerei in der FTD entdeckte.

Unter der plakativen Überschrift „Interimsmanager (noch immer mit antikem Fugen-„s“!) – ungeliebte Feuerwehrmänner der Wirtschaft“ brilliert die Zeitung, denn erstmals benutzt die Autorin, Julia Groth, den Begriff „Wandermanager“ im Subtitel: „Die Wandermanager machen sich durch ihre Konsolidierungskurse oft unbeliebt“.

Ein echtes publizistisches Novum, der Wandermanager - und ich, ich komme einfach nicht mehr weg davon:

„Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl.“ (Friedrich Schiller)

Die Humanisten unter uns erinnern sich: Zu Beginn der zweiten Perserkriege kämpften 300 Spartaner (wohl) 480 v. Chr. unter der Führung König Leonidas´ bei den Thermopylen gegen das Riesenheer von Xerxes – hielten es entscheidend auf, so dass sich die Griechen vereinen und schließlich Xerxes vernichtend schlagen konnten. Leider gingen alle 300 Spartaner drauf – der Stoff, aus dem Heldengeschichten gesponnen werden.

Assoziation: Interim Manager – der sich aufopfernde Held.

Was hatten wir nicht schon alles: Mietmanager, Manager – Nomaden und jetzt haben wir den Wandermager.

Ich weiß, nichts lag Ihnen ferner, liebe Frau Groth, aber sie hat sich fest in meinem Hirn verankert, diese Assoziation – auch wenn sie letztlich in eine völlig falsche Richtung geht:

Wanderer, kommst Du nach Sparta…

Friday, December 10, 2010

WENIG ZEIT FUER MEIN BLOG - AUSSERGEWOEHNLICH

Fotograf: © renelutz - 'Neun, nein, 10 Stück! 'Gibt es ein Jahresendgeschäft im Interim Management?

„Sicher nicht!“, so hätte ich diese Frage noch vor ein paar Wochen beantwortet – gestützt auf immerhin acht Jahre Erfahrung in diesem Geschäft. Und war bereit, ab etwa dem 15. Dezember alle Systeme ´runterzufahren.

Dann kam dieser Dezember – und Kunden-Anfragen kommen rein einem winterlichen Schneegestöber gleich. Hoppla! Sicher, nicht alles wird sich letztlich materialisieren. Aber dennoch… Welch´ einen Start in das Jahr 2011 könnte das geben! Also: alle Systeme unter Volllast – die Server mal ausgenommen.

Die Qualität dieser Anfragen ist hoch: aussergewöhnlich.

Die Qualität unserer Interim Manager ist hoch: nicht aussergewöhnlich.

Gute Lösungen für unsere Kunden: nicht aussergewöhnlich.

Wenig Zeit für mein Blog heute: aussergewöhnlich.

Friday, December 03, 2010

HEUT GEHT HIER GAR NICHTS MEHR

Fotograf: © Geli - 'Bei uns hats heute geschneit 'Ich mag sie, diese Adventszeit. Die Zeit des Ankommens (von lateinisch „advenire“ - „ankommen“), wie alle Humanisten wissen.

Es ist die Zeit des Besinnens – und das Nomen (für die jüngeren unter uns: Hauptwort) „Sinn“ hat schon seinen Sinn.

Nun geht die Adventszeit in diesem Jahr einher mit einem lausig kalten Winter. Und an die Stelle der inneren Reflexion tritt die äußere Reflexion aus unzähligen Schneekristallen auf Haus, Hof und Auto. Und: von „Ankommen“ keine Rede!

Schnee im Winter? Na, wo gibt´s denn so was?

Prompt fragt die FAZ gestern: „Aber müssen die Wettermoderatoren, die gerade einmal ein paar Tage weit in die Zukunft blicken können, wirklich schon jetzt vom „Jahrtausendwinter“ faseln?“

Mit Recht!

Wenn man Umfragen glauben soll (soll man?), dann wünschen sich die meisten Deutschen eine „Weiße Weihnacht „– alle Jahre wieder.

Aber, liebe Leute, dafür braucht´s Schnee – und der wiederum harmoniert am allerbesten mit knackiger Kälte (nein, liebe Jugend, dafür kann man noch keine „App“ bei Apple herunterladen ….).

Besinnen wir uns also und denken wir daran, dass die Breitengrade, in denen wir leben, durch Jahreszeiten gekennzeichnet sind. Und tatsächlich kommt es im Rahmen dieser ästhetischen Imperfektion der Schöpfung mitunter zu brütender Hitze im Sommer und eben eisiger Kälte garniert mit Schnee im Winter.

Das war schon vor langer Zeit so, was wir unschwer an den einschlägigen Textstellen unserer Advents- und Weihnachtsgedichte erkennen können. Wer als Kind damit gequält wurde, Eichendorffs „Weihnachtsgedicht“ oder Christian Morgensterns „Erster Schnee“ auswendig lernen zu müssen (für die Jüngeren unter uns: ja, das gab´s tatsächlich…!), der kann ein (Advents-) Lied davon singen.

Und an dieser Stelle werde ich ganz unsentimental. Mag der Schnee in früheren Tagen regelmäßig ein unüberwindbares Hindernis gewesen sein: Heute ist er´s längst nicht mehr. In Zeiten von Internet, (Tablet-) PCs, (Smart-) Phones und Breitbandverbindungen können wir praktisch alles von überall aus erledigen. Bis auf ein physisches Treffen (für die Jüngeren: „face-to-face-Meeting“): Wenn Straßen, Schienen und Landebahnen vereist sind, dann geht das halt nicht.

Das aber ist heute, im Advent 2010, in den seltensten Fällen „Mission Critical“ (für die Älteren unter uns: „unbedingt notwendig“).

Also streicht die moderne Strophe:

Von drauss vom Walde komm ich her,
ich muss Euch sagen: Heut geht hier gar nichts mehr!