Friday, January 29, 2010

DIE ZEHN GEBOTE IM INTERIM-PROVIDING

Der iPad beherrscht die Szene – ganz sicher unter den „Early Adoptors“. Kaum ist das Ding am Markt, sorgt es für einen beispiellosen Wirbel. Das bekommen die Apple-Jungs und Mädels immer wieder toll hin. Als Vertriebsmann kann ich da nur neidisch sein. Als Amateur-Philosoph kann ich für den Wettbewerb nur hoffen, dass die Weisheit stimmt: „Wenn Du ganz oben bist, kann es nur noch abwärts gehen.“

Etwas anderes lässt mich seit gestern nicht mehr los. Ein Spruch bei Twitter (ja, da ist es wieder!): „Das letzte Mal, als eine Tafel so viel Wirbel verbreitet hat, standen da Gebote drauf!“

Schmunzelnd und schwer beeindruckt von dieser Sichtweise habe ich versucht, die zehn Gebote im Interim-Providing zu erarbeiten. Ganz ausdrücklich: Meine zehn Gebote haben keinerlei blasphemische Intentionen. Vielmehr sind sie ein ganz privater Versuch, diese alles umklammernde Wertewelt der Zehn Gebote im Verhältnis zwischen Interim Provider (ich) und Interim Manager (Du) abzubilden:

1   Ich bin nicht der Herr, Dein Gott - und kann daher keine Wunder vollbringen
2   Du sollst den Namen Deines Providers nicht missbrauchen.
3   Gedenke, dass Du den Wunsch Deines Kunden heiligst.
4   Du sollst Deinen Kunden und Provider ehren.
5   Du sollst Deinen Provider nicht umgehen.
6   Du sollst Deine Zusagen nicht brechen.
7   Du sollst die Zeit Deines Providers nicht stehlen.
8   Du sollst kein falsches Zeugnis geben im Lebenslauf.
9   Du sollst nicht begehren deines Nächsten Projekt.
10  Du sollst nicht begehren deines Nächsten Tagessatz.

Donnerwetter, es klappt - bis auf die Verneinung im ersten Gebot, vielleicht. Da sind sie: Die zehn Gebote im Interim-Providing.

Friday, January 22, 2010

ALLEIN MIR FEHLT DER GLAUBE!

Kurz nach meinem Blog-Eintrag am vergangenen Freitag rief eine Kundin an: Sie möchte den konsolidierten Jahresabschluss für ihr Unternehmen beschleunigen und benötigt dafür schnell die Unterstützung eines qualifizierten Interim Managers.

Ich versprach meiner Kundin, dass ihr am Montag, wenn sie ins Büro käme, die Profile der Kandidaten vorliegen würden.

Denn, und das wissen wir seit langem: Da das Verfügbarkeitsdatum von vielen Interim Managern bei MANATNET miserabel gepflegt wird, sind wir bereits vor Jahren dazu übergegangen, die individuelle Verfügbarkeit für jeden Kandidaten zu verifizieren. Und genau dafür brauchte ich das Wochenende.

Doch was mir über dieses erste Wochenende im Jahr widerfahren ist, ist beispiellos:

Anzahl der von unserer Datenbank für diese Aufgabe identifizierte Interim Manager mit der Verfügbarkeit 1. Februar 2010: 13

Anzahl der von uns kontaktierten Interim Manager, um deren Verfügbarkeit zu verifizieren: 13

Anzahl der Interim Manager, die Verfügbarkeit bestätigen: 2
Anzahl der Interim Manager, die bis heute nicht geantwortet haben: 2
Anzahl der Interim Manager, die nicht verfügbar sind: 9

Anzahl der nicht verfügbaren Interim Manager im Krankenhaus: 1
Anzahl der nicht verfügbaren Interim Manager, die gerade am Donnerstag oder Freitag vor unserer Nachricht ein neues Mandat angenommen haben: 8

Das Interim-Geschäft wirft mitunter überraschende Dinge auf. Ich grinse bei jeder dieser Nachrichten – locker noch bei der ersten, mit einem kontinuierlich anwachsenden Grad an Verständnislosigkeit danach.

Wie erfrischend wäre ein „Hey, tut mir leid: Hab´ ich verschlampt! Ich wollte Ihnen nicht unnötig Arbeit machen.“

Zum Glück bezeichnet sich jeder der acht absagenden Interim Manager in seinen Softskills nicht als „Kommunikator“ - aber immerhin als „Prozessorientierter Strukturierer“.

Allein mir fehlt der Glaube!

Friday, January 15, 2010

ALT WERDEN BEGINNT IM KOPF

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema “alt werden” – sicher meinem immer grauer werdenden Haar geschuldet, das sich heroisch allen „Re-Naturing“-Verlockungen der Werbung widersetzt.

Ich beschäftige mich mit diesem Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln – einem aber ganz besonders: Der Leistungsfähigkeit des Menschen im Alter und den Implikationen daraus auf den Arbeitsmarkt.

Zwar gibt es erste vorsichtige Anzeichen eines veränderten Denkens, dennoch herrscht aus meiner Sicht in deutschen Unternehmen die Überzeugung vor: Wer über fünfzig ist, bringt nichts mehr (außer in der Geschäftsführung, im Vorstand oder im Aufsichtsrat: seltsam, nicht wahr?).

Möglicherweise wird die demographische Entwicklung in Deutschland doch irgendwann zu einem Umdenken führen, jedoch ist man nach wie vor weithin der Meinung, dass heutzutage ein Mensch mit fünfzig nicht mehr ausreichend leistungsfähig ist.

Welch ein überragender Blödsinn! Welch ein kurzsichtiges Ausblenden massiver Veränderungen!

Wissenschaftler wie Professor Raffelhüschen vertreten die Auffassung, dass mit Beginn des vergangenen Jahrhunderts jede Generation durchschnittlich vier Jahre länger lebt als die Generation davor. Das erklärt die eine Hälfte unseres Rentenproblems. Die andere Hälfte die schwachen Geburtenraten.

Die anwachsende durchschnittliche Lebensdauer geht einher mit einer dramatisch verbesserten medizinischen Versorgung. Aus all dem wird abgeleitet, dass ein heute Fünfundfünfzigjähriger, ganz grob, mit einem Vierzigjährigen in den sechziger Jahren zu vergleichen ist – immerhin waren das die Wirtschaftswunderjahre. Ich schließe daraus: Die Vierzigjährigen waren damals alles Andere als Schlaffis.

Und was tun wir? Wir blocken solche Menschen weitgehend aus dem Arbeitsmarkt (natürlich nicht aus den Vorständen). Und wenn dann jemand auf die Idee kommt: „Hey Jungs, wenn Ihr so fit seid, dann könnt Ihr doch etwas länger arbeiten“, dann geht, von Sozialer-Kälte-Gewerkschafts-Sprüchen geschürt, ein heller Aufschrei durch unser gepeinigtes Land.

Ich würde mich gern einmal einer solchen Diskussion stellen und irgendwann, wenn wir das Thema soziale Kälte, Ausbeutung von „Tattergreisen“ und ähnlichen Schmarrn dann hinter uns hätten - dann würde ich gern die Frage stellen: „Nehmen wir mal an, alle hier in Deutschland erklärten sich bereit, bis zum Alter von 70 Jahren zu arbeiten: Wer würde die denn dann beschäftigen wollen?“

Hier wird deutlich, wo das Problem wirklich liegt: Es ist nicht die Anbieterseite (die Menschen). Es ist die Nachfragerseite (die Unternehmen). Ich behaupte, dass ein ganz entscheidendes Kriterium für das Verhalten der Unternehmen die Überzeugung ist, ältere Mitarbeiter seien zu „teuer“. Dies wiederum findet seinen Grund in der absurden Staffelung: Lange Betriebszugehörigkeit bedeutet mehr Geld. Aber wer sagt denn, dass das unbedingt so sein muss. Wer sagt denn, dass viele Mitarbeiter oberhalb von fünfzig nicht zu Verhandlungen bereit sind – wenn die Kinder aus dem Haus sind und die Hütte abbezahlt ist?

Für das jeweilige Neujahrskonzert wird der Dirigent von den Wiener Philharmonikern – immerhin einem der besten Symphonieorchester der Welt – eingeladen. Bewerben kann sich kein Dirigent für diese besondere Aufgabe und folglich gilt eine solche Einladung als hohe Ehre für den Dirigenten.

In diesem Jahr wurde das Neujahrskonzert von Georges Prętre dirigiert. Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit. Georges Prętre ist 85 Jahre alt.

Selbstverständlich ist eine solche Höchstleistung nicht mit den Anforderungen in deutschen Unternehmen zu vergleichen.

Soeben las ich eine Anzeige: Alt werden beginnt im Kopf.

Friday, January 08, 2010

'BESSERE ZEITEN' FUEHREN WIR NUR HERBEI DURCH ENGAGEMENT UND INVESTITIONEN, NICHT DURCH ABWARTEN

Ein guter Freund schrieb mir als Neujahrsgruß:

„Die Ereignisse des Jahres 2009 lesen sich wie die „Chronik eines angekündigten Todes“ der kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Unersättliche Gier, kriminelle Energie, Korruption sowie für Missbrauch und Aushöhlung anfällige Wirtschafts- und Finanzsysteme haben, an allen Kontrollen vorbei, in vielen Ländern eine gigantische Überschuldung auf allen Ebenen verursacht. Hemmungslose Neuverschuldung verhindert seit der Aufdeckung das Schlimmste. Wie lange noch?

China dagegen nutzt jetzt seine Devisenreserven (in Höhe der US-Staatsschulden), um sich optimal im Krieg um die Rohstoffe zu positionieren.

Und wo bleibt die Schweinegrippe? Kann es sein, dass die Grippe-Pandemien eine blosse Erfindung der Pharma-Mafia sind, die – mit einer korrupten WHO als Handlanger – Milliarden am Geschäft mit der Angst verdient? Das Gerücht hält sich…

Eines steht bei allen Unsicherheiten ausser Frage: „Bessere Zeiten“ führen wir nur durch Engagement und Investitionen herbei, nicht durch Abwarten.

Auf ein 2010 voller Gesundheit und Tatendrang!“

Wir haben die gleiche humanistische Ausbildung, sind danach aber völlig unterschiedliche Wege gegangen.

Dennoch unterschreibe ich seine Aussage ohne jede Einschränkung:

'Bessere Zeiten' führen wir nur herbei durch Engagement und Investitionen, nicht durch Abwarten.

Friday, January 01, 2010

ALLES GUTE FUER 2010!

Gestern Mittag habe ich noch etwas an einem Restrukturierungsprojekt gearbeitet. Dann die Neuigkeiten in eine Pressemitteilung gepackt und für den 2. Januar freigegeben – danach, ja tatsächlich, gefeiert: Sehr festlich mit guten Freunden.

Ich bin etwas müde heute. Ich setze aus mit der Arbeit: Morgen geht´s weiter.

Heute wünsche ich meinen Lesern: Alles Gute für 2010!