ALLES IN ORDNUNG?
Was macht ein Interim-Provider in den Ferien – was macht MANATNET in den Ferien?
Keinen Urlaub in klassischem Sinne - aber dennoch: Zwangsläufig, die Kunden sind überwiegend nicht da!, wird der Arbeitseinsatz spürbar zurückgenommen. Spürbar, weil der Körper das tatsächlich registriert und quittungs-fragende Impulse an das weitgehend herrschende Hirn sendet: Alles in Ordnung?
Alles ist in Ordnung, sicher. Soweit eben alles in Ordnung sein kann.
Seit Jahren frage ich mich - und dafür bedurfte es nicht einmal der aktuellen heftigen Wirtschaftskrise: Wie kann sich Deutschland jährlich fünf Perioden des weitgehenden wirtschaftlichen Stillstandes leisten?
Die zwei Wochen um Ostern, die zwei Wochen um Pfingsten, den durch Brückentag zerfledderten Mai, das Hoch der Sommerferien im Juli und August und - als krönenden Abschluss eines arbeitsreichen Jahres – Weihnachten und gleich Huckepack die Tage „zwischen den Jahren“.
Prompt widmete sich FAZ.net dem Thema „Netto-Arbeitszeit“ und titelte „So fleißig sind die Deutschen doch nicht!“ Aber, aber, liebe FAZ! Fast zwingend kam es im Bereich Leserkommentare zu beinahe tumultartigen Szenen unter der Überschrift „Stimmt doch gar nicht! Alles Blödsinn!“.
Fast unisono wird aus der Rückspiegel-Perspektive in die Zukunft extrapoliert und diese Sichtweise wird dann vehement verteidigt.
Leute, haltet ein! Glaubt Ihr wirklich, so wie es war wird es wieder werden? Und alles wird sich schon wieder in seine kuschelig gefügte Ordnung einschwingen – wenn wir nur lang genug abwarten?
Angesichts nie da gewesener staatlicher Schulden?
Angesichts nie da gewesener Auftragseinbrüche?
Angesichts nie da gewesener Verschiebungen in der Demographie?
Alles in Ordnung: Wenn´s einem den Atem verschlägt, macht man am besten Ferien.
Wenn wir mehr arbeiten, dann kostet das weitere Arbeitsplätze, argumentiert einer bei FAZ.net. Möglicherweise. Aber das ist es nicht:
Was wird wohl geschehen, wenn die Verwerfungen weiter zunehmen und die Arbeitgeber sich irgendwann zum Beispiel am Usus in den freien Berufen orientieren und die umfangreiche Urlaubszeit nicht länger bezahlen wollen – weil es nicht mehr bezahlbar ist?
Alles in Ordnung?
Ein Aufschrei geht durch unser Land - und schon „rudert die Deutsche Bundesbank zurück“ (n-tv).
Wenn die Geschäfte rückläufig sind, dann müssen Aktionen her. Seit meinen allerersten Tagen im Berufsleben ist das so: Egal, in welcher Branche!