Friday, December 25, 2009

DER FAIRSTE PROVIDER DEUTSCHLANDS

Ein ganz besonderes Geschenk zu Weihnachten erhielt ich von einem Interim Manager, den ich sehr schätze. Er schloss seine in jeder Hinsicht besonderen Grüße zum Fest mit dem Satz in exakt dieser Schreibweise:

„In diesem Sinne wünsche ich dem FAIRSTEN PROVIDER DEUTSCHLANDS eine positive, erfolgreiche Zukunft.“

Gern gebe ich zu: Darüber habe ich mich wirklich und ehrlich gefreut!

Was bedeutet schon das ausgelutschte Attribut „führender Provider“?, wenn wir das sein dürfen: Der fairste Provider Deutschlands.

Friday, December 18, 2009

ALLE JAHRE WIEDER

Ich arbeite an der Weihnachtspost für die Interim Manager bei MANATNET, für die Kunden und Interessenten von MANATNET, für Freunde und Bekannte – und die Mitglieder der Familie, die ich in diesem Jahr an den Feiertagen nicht werde sehen können.

Ja, tatsächlich: Ich arbeite daran. Und ich höre sie immer wieder, so lange ich denken kann: Die Frage „Was schreibt man da?“

Diese Frage hat mich noch nie beschäftigt. Aber eine andere um so mehr: „Wie schreibe ich? Was passt gut zu uns, zu MANATNET, einem, wenn auch auf das Interim Management spezialisierten, Internet-Marktplatz?“

Recht früh habe ich die Entscheidung getroffen, dass ich grundsätzlich elektronisch schreibe, also per E-Mail – in vollem Bewusstsein, dass ich mich potenzieller Kritik aussetzen würde. Kritik, die da lauten könnte: Alles eine lieblose, elektronische Massenabfertigung auf der Grundlage einer Datenbank voller anonymer Bits und Bytes. Und das sei doch so gar nicht weihnachtlich.

Ich respektiere diese Kritik, jedoch trifft sie mich immer ein wenig. Denn: Nichts ist weniger eine Massenabfertigung als der Weihnachtsgruß von MANATNET.

Ich argumentiere nicht damit, dass ich grundsätzlich keine Texte verwende, die ein Dritter vorgedacht hat – und sei der Text noch so gut. Ich bekenne unumwunden: Es gibt derart gute Texte, dass ich mitunter vor Neid erblassen könnte!
 
Nein, ich entwerfe stets einen persönlichen Text für das jeweilige Jahr. Und in aller Regel versuche ich das Gleichgewicht zu halten zwischen Kritischem, Nachdenklichem oder gar Besinnlichem und dem Leichten, Positiven oder gar Humorvollen. Das ist mein herer Versuch, den Facetten unseres Lebens gerecht zu werden.

Natürlich sind alle Weihnachtsgrüße personalisiert. Darüber hinaus gibt es sechs unterschiedliche Textversionen für sechs unterschiedliche Gruppen von Empfängern (darf ich es wagen, von Zielgruppen zu sprechen?) – und für jede Gruppe gibt es stets zwei Versionen: Die Sie-Form und die Du-Form.

Und schließlich, wenn mein jahresendmatter Rechner, einer kulminierenden Höchstleistung gleich, alle Weihnachtsgrüße erstellt hat, ja, dann rufe ich unzählige E-Mails noch einmal auf und ergänze sie – manuell, also in des Wortes ursprünglichem Sinne – um ein paar nun dann doch ganz persönliche Worte. Oder ich ersetze ein „Sehr geehrter“ durch ein „Lieber Herr“ oder, ja tatsächlich, stelle dem Gruß ein „Ihr“ voran.

Alle Jahre wieder bin ich überrascht, wie viel Arbeit das ist, trotz aller technischen Unterstützung.

Alle Jahre wieder denke ich: Recht so! Ich verdanke vielen einiges, einigen viel und wenigen alles.

Und genau das ist es, was mir diese Weihnachtspost regelmäßig vor Augen hält. Und das ist dann doch sehr weihnachtlich für mich.

Alle Jahre wieder.

Friday, December 11, 2009

START NEW GAME - PRESS ENTER

Wir schwenken ein. Auf die Zielgerade dieses Jahres. Wir erreichen sie in wenigen Tagen – die Ziellinie. Einige ermattet, viele erschöpft und zu viele völlig verausgabt. Hinter der Ziellinie wartet das Neue Jahr auf uns.

2010. Eine schöne Zahl. Klar und nicht so krubbelig wie 2009. Zwei und Null-Eins-Null.

Weshalb auch immer: Regelmäßig driftet mein Hirn bei dieser Zahlenfolge in die Welt der binären Codes – möglicherweise ein Langzeitschaden eines Marktplatzbetreibers im Internet. Zudem projizieren meine Synapsen ein ganz bestimmtes Bild: Ich drücke einen ganz unscheinbaren Knopf mit der Kennzeichnung „RESET“.

RESET für Winnenden.
RESET für den Banker-Bonus-Irrsinn.
RESET für das Opel-Theater.
RESET für überbordende Schuldenmacherei.
RESET für Unmenschlichkeit.
RESET für Trägheit.
RESET für Selbstgefälligkeit.
RESET für Mutlosigkeit.
RESET für Unwahrheit.

Do you really want to reset all settings?

No/Yes? Please select.

Yes – Press Enter.

Start new Game. Press Enter

Friday, December 04, 2009

EINMAL ABNICKEN: 37.800 EURO!

Ein geschätzter Interim Manager aus der ersten Liga schrieb mir in dieser Woche:

„Ich habe zwei Kurz-Aufträge erhalten von ehemaligen Klienten, die in der Krise - wie fast alle Unternehmen - von ihren Banken gezwungen werden, eine "Beratung" einzuholen.

"Meine" Kunden sagen: „Die uns von den Banken empfohlenen Berater können Sie in der Pfeife rauchen. Wir brauchen jemand, der unsere Sprache als kleine oder mittlere Unternehmer spricht. Was macht man, wenn einem 50 % des Umsatzes oder mehr wegbrechen? Wie erhält man sich heutzutage die Linien, damit man nicht illiquide wird?

Bei den kleinen und mittleren Unternehmern, den Personen-Gesellschaften, herrscht meist Antipathie gegen die heute aktuellen Berater: zu jung; zu arrogant, zu unerfahren, im Wesentlichen zu oberflächlich (nur Moneymaking) und keine der Situation angemessene Antworten.“

Der Interim Manager konnte es nicht wissen, jedoch hat diese Nachricht eine tiefe Wunde erneut bei mir aufgerissen, deren Blutung gerade erst verschorfte:

Vor nicht ganz zwei Wochen haben wir ein Restrukturierungsmandat gegen eine Bank verloren: Unser Team war (durch den Kunden anerkannt) mindestens gleichermaßen qualifiziert, war bei gleichem Leistungsumfang 37.800 Euro günstiger und hatte zudem zugesichert, das eigene Restukturierungs-Gutachten (nach IDW) obendrein durch „COST-GUARD“ zu refinanzieren: Eine Cash-neutrale Übung für den Kunden.

Das Mandat ging verloren, weil die Bank ihre Berater mit der Strategie „Erschrecke Deinen Kunden“ rigoros durchdrückte: „Wir erhalten für die Sanierung nur so die Zustimmung unserer Gremien.“

Der guten Ordnung halber: Bezahlen muss das Ganze der Kunde, nicht etwa die Bank.

Unfassbar: Einmal Abnicken: 37.800 Euro!