Friday, October 30, 2009

SELBSTGEFAELLIG, VERWOEHNT, TRAEGE UND VERFETTET

Ich schätze ihn sehr - diesen engen Kontakt zu einigen Interim Managern. In dieser Woche schrieb mir ein nicht nur von mir hochgeschätzter Interim Manager aus der ersten Liga:

„Hallo Herr Becker, wie geht es ihnen? Wir erleben eine - mit Verlaub - Scheißzeit an der Sanierungsfront. Auftragslage (Export und im Inland) schlecht. Liquidität häufig negativ. Kreditlinien ausgereizt. Schlechtes Management (Tagesgeschäft). Personal, welches nicht immer seine Aufgaben beherrscht etc, etc. Sind das schon die feststellbaren Ergebnisse schlechter Ausbildungen, obwohl viele mit einem Titel herumlaufen? Dann haben wir nicht nur eine Finanz- und Wirtschaftskrise, sondern im Allgemeinen eine ganzheitliche Systemkrise. Wenn so, ist der Untergang dann noch aufzuhalten?“

Nein, aus einer Helikoptersicht ganz sicher nicht!

Ich bin zutiefst davon überzeugt - unser Land steht vor massiven Schwierigkeiten: selbstgefällig, verwöhnt, träge und verfettet.

Friday, October 23, 2009

15 MIO. EURO? - BRAUCH' ICH NICHT!

In dieser Woche geht Quelle unter. Der Insolvenzverwalter, Herr Dr. Görg, lässt kein gutes Haar an Herrn Dr. Middelhoff - und das öffentlich!

Ich rechne einem Kunden-Vorstand, den ich persönlich seit 2007 kenne, vor, dass er durch „COST-GUARD“ in seinem Unternehmen mindestens 2,5 Mio. Euro sparen kann – wenn alles zusammen passt vielleicht auch bis zu 7,5 Mio. Ein Honorar gibt’s nur, wenn diese Einsparungen tatsächlich erreicht werden.

Der Vorstand lässt mir durch seine Sekretärin und per Mail ausrichten: „In der Sache teile ich Ihnen mit, dass derzeit unsererseits kein Interesse/Bedarf besteht. Selbstverständlich steht es Ihnen frei, sich zu anderer Zeit erneut mit uns in Verbindung zu setzen.“

Ich rechne einem Kunden, Mitglied der Geschäftsführung, den ich persönlich seit 2004 kenne, vor, dass er durch „COST-GUARD“ in seinem Portfolio 15 Mio. Euro sparen kann - wenn alles zusammen passt vielleicht auch bis zu 45 Mio. Ein Honorar gibt’s nur, wenn diese Einsparungen tatsächlich erreicht werden.

Ich möchte gern einen Telefontermin mit dem Vorstand, um das zu erläutern: „Der Vorstand möchte das nicht.“

Keine Frage, kein Nachhaken, kein Telefonat, kein Treffen, kein „Show me!“ - kein gar nichts.

Das erste Unternehmen wird wohl erstmals in seiner Unternehmensgeschichte einen Verlust ausweisen. Das zweite Unternehmen ...

In dieser Woche geht Quelle unter: „15 Mio. Euro? Brauch’ ich nicht!“

Friday, October 16, 2009

GANZ NORMAL?

Montag: Die Zugriffszahlen auf www.MANATNET.com brechen ein. Mittags liegen wir etwa 40 Prozent unter dem normalen Wert. Die reflexartige Überprüfung der Verfügbarkeit unseres Marktplatzes ergibt: 100 Prozent verfügbar - natürlich. Ein Blick auf den Kalender jedoch ergibt: Herbstferien – fast deutschlandweit. Also: Nichts geht – wieder einmal. Ganz normal.

Dienstag: Ein Kunde schuldet mir eine Antwort seit über drei Wochen. Ich rufe an. Er „hat da noch eine Frage“. Die Antwort liefern wir dreißig Minuten später. Ganz normal.

Mittwoch: Ein Kunde hat eine variable Vergütung für unsere Arbeit vereinbart. Jetzt hat er eine „eigenen Kandidaten gefunden und ist sich mit Handschlag einig geworden“. Mein Hinweis darauf, dass er uns dadurch der Möglichkeit beraubt, Geld für unsere Arbeit zu verdienen, beeindruckt ihn in keiner Weise. Ganz normal.

Donnerstag: Ein Kunde, mit der vor einer Woche mit uns eine Vereinbarung eingegangen ist, derzufolge er am 20. Oktober zahlen soll, bittet um Aufschub um rund einen Monat. Ganz normal.

Zwei Kunden, die mir ihren Anruf für heute zugesichert haben und für die ich im Büro fest hänge, rufen nicht an. Ganz normal.

Meinen Freitag bestimmt nur eine Frage: Ganz normal?

Friday, October 09, 2009

UND IHR MEINT, IHR SEID RICHTIG GUT!?

Interim Management: Über unser Geschäft wissen wir alles. Sicherlich ist das in eigentümergeführten Unternehmen immer so – wenn nicht, würde es mich stark wundern.

So wissen wir, dass wir in diesem Jahr zum Stichtag 30. September im Monatsdurchschnitt 25,67 (nicht etwa 26) Bewerbungen erhalten haben. Andere Interim Provider erhalten wesentlich mehr. Wir wissen, dass wir zum gleichen Stichtag 61,3 Prozent der Bewerber abgelehnt haben.

Wir wissen, dass diese Bewerbungen zum Beispiel zu 17,2 Prozent über den Marktplatz MANATNET kommen, zu 10,9 Prozent über den AIMP und zu 7,6 Prozent über Referenzen. Wir erkennen aber auch, dass unsere knapp 26 Bewerbungen zu sage und schreibe 57,3 Prozent auf so genannte Initiativbewerbungen zurückgehen.

Initiativbewerbungen suchen fast ausnahmslos eine Festanstellung. Also plakativ und nur marginal vereinfacht: von 213 erhaltenen Bewerbungen zielten 122 auf eine Festanstellung - bei MANATNET! Und weiter: Von den insgesamt von uns abgelehnten 130 Bewerbern waren über einen Zeitraum von neun Monaten nur 8 (130 – 122 für Festanstellung), die unsere Qualitätsanforderungen nicht erfüllten. Das ist eine ganz überragende Quote! Unsere Eintrittshürden erfüllen ganz offensichtlich ihren Zweck.

Kopfschütteln provozieren bei mir die Initiativbewerbungen. Nicht nur, weil sie uns unnötige Arbeit schaffen, die wir jedoch harmoniesüchtig und immer freundlich erledigen.

Viel mehr bestürzt mich die mangelhafte Arbeit im Vorfeld und die Lieblosigkeit, mit der diese Initiativbewerbungen fabriziert werden. Alle Bewerber beschreiben sich als richtig gut (in beiden Feldern: Hardskills und Softskills) und sie finden sich, klar, ganz toll; und dennoch:

- Schreiben alle an info@manatnet.com: Nicht etwa an eine der fünf am Markplatz namentlich genannten Personen.

- Begrüßen uns alle mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ und unterstreichen damit ihre Gleichgültigkeit dem Empfänger gegenüber. Bei MANATNET gibt es zudem keine Damen, nicht mal eine Dame – leider.

- Beschreiben fast alle im Detail, was sie suchen, nennen ihre Gehaltsvorstellung und deuten gleichzeitig Verhandlungsbereitschaft an.

- Freut sich die Mehrheit auf ein weitergehendes und vertiefendes Gespräch mit uns, den Damen und Herren.

- Und einige schwingen sich zu ungeahnten Höhen auf: „Ihre Personalberatung stellt sich mir als professionell und im deutschen Headhunting gut etabliert dar.“

Ich freue mich regelmäßig über das Attribut „professionell“ und doch rede ich mir dann immer, ehrenrettend, ein, dass es sich um eine Verwechslung handeln muss: Wir sind grad nicht im Headhunting-Geschäft: Wir sind ein auf das Interim Management spezialisierter Marktplatz. Das steht schon auf der allerersten Seite auf www.manatnet.com in 16 Punkt Arial, fett: MANATNET – Interim Management.

Ich verdränge die aufkeimenden Fragen unter der Überschrift: „Und Ihr meint, Ihr seid richtig gut!?“

Friday, October 02, 2009

TRANSPARENZ MACHT STARK IM INTERIM MANAGEMENT

Am Ende eines jeden Quartals mache ich keine Termine: Mit Interim Managern nicht und mit Firmen auch nicht. Das Quartalsende bei MANATNET steht unter der Überschrift „Detaillierte Analyse und Bereitstellung von Informationen“.

Trotz aller Datenbanken und Analysetools: Das ist schon heftig - vor allem das Aufbereiten für die jeweilige Zielgruppe!

Gern gebe ich zu, dass ich mich regelmäßig frage: „Warum tust Du Dir das an?“

Vierteljährliche Analyse der Skills der anbietenden Interim Manager: Linie, Branche, Ausbildung, Sprachen, Auslandserfahrung, Softskills und Unternehmenstyp.

Vierteljährliche Analyse der Tagessätze für alle Linienfunktionen: Minimum, Maximum, Median und Durchschnitt sowie deren Entwicklung während der vergangenen gut drei Jahre.

Vierteljährliche Verdichtung der Analyse der Tagessätze, die nur registrierte Interim Manager erhalten, in unserem INTERIMTREND, den wir auf dem Marktplatz veröffentlichen.

Wohlgemerkt: Zusätzlich zu unseren monatlichen Newslettern, zu Information zur Salespipeline, zur Projektpipeline und zu den Zugriffszahlen auf die Datenbank.

Warum tust Du Dir das an?

Weil MANATNET sich von Anfang an, also seit 2003, der Transparenz und Offenheit verpflichtet hat - als ganz bewusste strategische Ausrichtung wider die Intransparenz des Interim Geschäftes. MANATNET wurde dafür kritisiert und wird es noch heute - von anderen Interim-Providern, nicht von Interim Managern oder Unternehmen.

Manchmal denke ich, wir stehen auf verlorenem Posten: Noch vor knapp zwei Wochen charakterisierte ein Journalist des Handelsblatts das Interim-Geschäft als einen „Markt, der so unübersichtlich ist, wie kaum ein anderer“.

Und noch immer lassen sich Unternehmen durch Interim-Provider ein schier unglaubliches Geld aus der Tasche ziehen – und das im heutigen Umfeld!

Bei unserem lokalen Interim Manager-Treffen in München berichtete ein Interim Manager, dass sein Tagessatz 1.000 Euro sei, ein Provider aber vom Kunden 2.500 Euro forderte – also 1.500 Euro für das Zusammenbringen von Angebot und Nachfrage.

Über MANATNET hätte der Kunde diesen Interim Manager für knapp 1.350 Euro beschaffen können. Für ein typisches Projekt (7 Monate Laufzeit, Vollauslastung) führt dies zu einem Mehraufwand beim Kunden von sage und schreibe 160.000 Euro.

Unverändert halte ich so etwas für sittenwidrig und dennoch funktioniert das – aufgrund eben dieser Intransparenz, die viele Unternehmen jedoch - auch das gehört dazu - frohgemut zulassen und ihre Unkenntnis kultivieren. Ich warte auf den Tag, wo die Unternehmen von den Providern fordern, wie von anderen Anbietern auch: „Legen Sie uns bitte Ihre Kalkulation offen.“

Und genau darum tu´ ich mir das Quartal für Quartal an: Transparenz macht stark im Interim Management.