Interim Management: Über unser Geschäft wissen wir alles. Sicherlich ist das in eigentümergeführten Unternehmen immer so – wenn nicht, würde es mich stark wundern.
So wissen wir, dass wir in diesem Jahr zum Stichtag 30. September im Monatsdurchschnitt 25,67 (nicht etwa 26) Bewerbungen erhalten haben. Andere Interim Provider erhalten wesentlich mehr. Wir wissen, dass wir zum gleichen Stichtag 61,3 Prozent der Bewerber abgelehnt haben.
Wir wissen, dass diese Bewerbungen zum Beispiel zu 17,2 Prozent über den Marktplatz MANATNET kommen, zu 10,9 Prozent über den AIMP und zu 7,6 Prozent über Referenzen. Wir erkennen aber auch, dass unsere knapp 26 Bewerbungen zu sage und schreibe 57,3 Prozent auf so genannte Initiativbewerbungen zurückgehen.
Initiativbewerbungen suchen fast ausnahmslos eine Festanstellung. Also plakativ und nur marginal vereinfacht: von 213 erhaltenen Bewerbungen zielten 122 auf eine Festanstellung - bei MANATNET! Und weiter: Von den insgesamt von uns abgelehnten 130 Bewerbern waren über einen Zeitraum von neun Monaten nur 8 (130 – 122 für Festanstellung), die unsere Qualitätsanforderungen nicht erfüllten. Das ist eine ganz überragende Quote! Unsere Eintrittshürden erfüllen ganz offensichtlich ihren Zweck.
Kopfschütteln provozieren bei mir die Initiativbewerbungen. Nicht nur, weil sie uns unnötige Arbeit schaffen, die wir jedoch harmoniesüchtig und immer freundlich erledigen.
Viel mehr bestürzt mich die mangelhafte Arbeit im Vorfeld und die Lieblosigkeit, mit der diese Initiativbewerbungen fabriziert werden. Alle Bewerber beschreiben sich als richtig gut (in beiden Feldern: Hardskills und Softskills) und sie finden sich, klar, ganz toll; und dennoch:
- Schreiben alle an info@manatnet.com: Nicht etwa an eine der fünf am Markplatz namentlich genannten Personen.
- Begrüßen uns alle mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ und unterstreichen damit ihre Gleichgültigkeit dem Empfänger gegenüber. Bei MANATNET gibt es zudem keine Damen, nicht mal eine Dame – leider.
- Beschreiben fast alle im Detail, was sie suchen, nennen ihre Gehaltsvorstellung und deuten gleichzeitig Verhandlungsbereitschaft an.
- Freut sich die Mehrheit auf ein weitergehendes und vertiefendes Gespräch mit uns, den Damen und Herren.
- Und einige schwingen sich zu ungeahnten Höhen auf: „Ihre Personalberatung stellt sich mir als professionell und im deutschen Headhunting gut etabliert dar.“
Ich freue mich regelmäßig über das Attribut „professionell“ und doch rede ich mir dann immer, ehrenrettend, ein, dass es sich um eine Verwechslung handeln muss: Wir sind grad nicht im Headhunting-Geschäft: Wir sind ein auf das Interim Management spezialisierter Marktplatz. Das steht schon auf der allerersten Seite auf www.manatnet.com in 16 Punkt Arial, fett: MANATNET – Interim Management.
Ich verdränge die aufkeimenden Fragen unter der Überschrift: „Und Ihr meint, Ihr seid richtig gut!?“