Friday, May 30, 2008

MISSIONARE IM INTERIM MANAGEMENT

Vor zwei Tagen sagte mir eine Interim Managerin – zurück von einer Konferenz: „Ich habe wieder in Sachen Interim Management missioniert! Kaum einer weiß, wovon ich rede.“

„Und wenn Sie dann davon reden?“, wollte ich wissen.

„Dann finden das alle ganz interessant! Und wollen mehr wissen…“

Heute traf ich einen Partner, der inzwischen sehr wichtig geworden ist für MANATNET:

„Ich frage mich, warum nicht mehr Unternehmen Interim Management nutzen“, sagte er auf dem Weg ins Parkhaus fast beiläufig, “bei den Kostenvorteilen!“

Unser Partner ist ein recht junger Mensch – 14 Jahre jünger als ich. Bei fantastischem Spargel habe ich versucht, diese Frage aus meiner Erfahrung mit Kunden zu beantworten. Ich glaube, ich war nicht wirklich überzeugend.

Morgen und übermorgen gibt es weitere Meilensteine, denn unser missionarischer Eifer ist ununterbrochen: Morgen um 11.00h findet die Pressekonferenz des AIMP in Bonn statt. Am Samstag das AIMP-Jahresforum in Bonn.

AIMP steht für Arbeitskreis der Interim Management Provider. Arbeitskreis: Das wurde mir während der letzten Wochen wieder unmissverständlich vor Augen geführt.

Aber für Samstag haben sich rund 250 Teilnehmer angemeldet. Die Presse kommt und auch NTV hat ein Interview mit einer Interim Managerin verabredet. Das ist schon ein tolles Gefühl. Damit erleben wir den größten Event im Bereich Interim Management in diesem Jahr – zumindest aus heutiger Sicht.

Und noch immer weiß die Hälfte der Unternehmen in Deutschland nicht, wovon wir reden….

Friday, May 23, 2008

VIEL FORDERN - WENIG LEISTEN


Es ist schwer, mich fassungslos zu machen. Am vergangenen Samstag war es aber mal wieder so weit: Das Meinungsforschungsinstitut IFAK hatte sein alljährliches Arbeitsklima - Barometer veröffentlicht: Was es alles gibt!

Das Ergebnis: 88 Prozent der befragten 2.000 Arbeitnehmer bezeichnen sich selbst als nicht engagiert. Noch schlimmer: Das sind sogar noch drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr! Und der Hammer: 24 Prozent sagen, sie hätten innerlich gekündigt - 2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Was geht hier eigentlich ab – in unserem Land?

Sind wir wirklich der Meinung, wir könnten mit einem Heer aus Motivationskrüppeln oder gar Motivationsleichen im weltweiten Wettbewerb bestehen? Und das bei unserem Preis- (sprich Gehalts-) Niveau?

Drehen wir das Ganze mal spaßeshalber um:

Zu 64 von seinen 100 Mitarbeitern sagt der Arbeitgeber: „Nö, ich kann mich so nicht selbstverwirklichen und ich fühle mich emotional nicht in der Lage, die monetäre Gegenleistung aus unserem Arbeitsvertrag in vollem Umfang zu erbringen. Ich denke, weniger tut´s auch.“

Gegenüber 24 seiner verbleibenden 36 Mitarbeitern setzt der Arbeitgeber noch einen drauf: „Ich fühle mich Euch nicht mehr so richtig verbunden – ja, eigentlich seit Ihr mir egal. Ich denke, wir lassen das mit dem Gehalt mal ganz.“

Da möchte ich gern mal erleben, was hier los wäre!

Mir fällt auf: Ich kenne keinen einzigen Interim Manager bei MANATNET oder anderswo, der unter Motivationsproblemen leidet. Ich kenne nur Interim Manager, die sich hoch engagiert den Aufgaben bei ihren Klienten widmen – auch wenn die Mitarbeiter des Klienten schon längst das Büro verlassen haben.

Das ist schon sehr seltsam: Da starren Kunden auf die Tagessätze für die Interim Manager oder auf die gesamten Kosten für ein Interim-Mandat – und übersehen dabei die andere Seite der Medaille: Was bekommen sie als Gegenwert?

Vielleicht sollten unsere Kunden einmal den Blickwinkel wechseln. Vielleicht sollten sie die Effizienz von 37,5-Stunden-Wochen - geleistet von kaum motivierten Mitarbeitern - mit hoch motivierten Interim Managern vergleichen, die sich im Gegenzug für ihren Tagessatz vertraglich zu einer 45-Stunden-Woche verpflichten (wie dies bei einigen DAX-30-Unternehmen der Fall ist).

Ich denke, es ist an der Zeit, dass die Unternehmen deutlich kritischer werden.

Ich denke, es ist an der Zeit, dass die Unternehmen Interim Manager ganz bewusst als Vorbilder holen.

Und ich denke: Eine derart desolate Motivationslage in unseren Unternehmen kann nicht gut gehen. Wahrscheinlich sehe ich das wieder falsch.

Friday, May 16, 2008

EIN MANAGER AUF ZEIT? - DARAN KOENNTE ICH MICH GEWOEHNEN!

Gestern habe ich mich mit einem Partner unterhalten, mit dem wir im Vertrieb von Profis für das Management auf Zeit zusammenarbeiten. Ich ließ durchblicken, dass ich angesichts der aktuell vorhandenen Nachfrage nach Managern auf Zeit mehr Leads erwarten würde.

Wir tauschten Erfahrungen an der Front - also beim Kunden – aus. Recht schnell waren wir wieder beim Kundenverhalten nach der Maxime „Kenn ich nicht – mach ich nicht“, über das ich mich hier schon früher geäußert habe. Am Tag vorher hat mich zudem ein Kunde mit exakt diesen Worten verblüfft und damit sein eigenes Unternehmen beschrieben. Sicher alles Zufall!

Noch mehr verblüfft hat mich dann etwas Neues: Mein Partner berichtete von einem Kunden, der auf den Vorschlag, eine Vakanz zu überbrücken, abwinkte mit dem Argument: „Ein Manager auf Zeit? Der bringt mir nur Unruhe in die Mitarbeiter!“

Auf das Nachhaken meines Partners meinte der Kunde: „Dann müssen sich die Mitarbeiter erst an den Manager auf Zeit gewöhnen – und dann geht der wieder. Und danach müssen sich die Mitarbeiter an den neuen Leiter Finanzen gewöhnen.“

Ich bin angenehm berührt durch die vorbildliche Rücksichtnahme auf die Gefühlswelt der Mitarbeiter in diesem Unternehmen: Das ist durchaus nicht mehr der Regelfall in Deutschland!

Möglicherweise ist sich aber der Kunde auch nicht der Ausmaße in vollem Umfang bewusst, die die Lean Management-Maßnahmen der vergangenen Jahre für sein Unternehmen unter Umständen gehabt haben.

Mehr als einmal habe ich das gehört - von Mitarbeitern unserer Kunden, die einen Manager auf Zeit über MANATNET beschafft haben: „Endlich mal einer, der hier richtig mitarbeitet und uns vorwärts bringt. Das tut richtig gut!“

Ich warte auf den ersten, der mir sagt: „Daran könnte ich mich gewöhnen…“.

Saturday, May 10, 2008

IHRE INTERIM MANAGER SIND UEBERRASCHEND GUENSTIG

Kurz vor Pfingsten kam eine Projektanfrage. Wir lieferten die Profile der beiden Interim Manager, die grundsätzlich in Frage kamen und danach telefonierte ich mit dem Kunden.

Ein Kandidat kam nicht in Frage, weil er zu wenig technisch orientiert war. Über den anderen Interim Manager wird der Klient über Pfingsten nachdenken.

Und dann kam, was vergleichsweise oft geschieht: Während unseres Telefonats sagte der Kunde wörtlich: „Die Preise Ihrer Interim Manager sind überraschend günstig.“

Ich erläuterte, was ich regelmäßig erläutere: Dass das daran liegt, dass die Interim Manager die Provision für den Interim Management-Provider stets auf den Tagessatz aufschlagen, der bei ihnen „ankommen“ soll. Auch wenn diese Rechnung aus meiner Sicht nicht richtig ist: Auch dieser Weg führt dazu, dass Interim Manager bei MANATNET im Vergleich zum Wettbewerb die gleiche Qualität zu günstigeren Preise anbieten.

Denn zwischen den 15 oder 25 Prozent, die MANATNET berechnet, und den 33 bis zu 45 Prozent, die Wettbewerber als Provision berechnen, liegen Welten. Dadurch wird aus einem Tagessatz von zum Beispiel 800 Euro, den der Interim Manager erzielen möchte, entweder ein Kunden-Preis von 920 Euro bei MANATNET oder aber ein Preis für den Kunden zwischen 1.060 bis 1.160 Euro bei Wettbewerbern. Bei einem typischen Projekt (7 Monate zu je 20 Arbeitstagen) addiert sich dieser Unterschied auf sage und schreibe 33.600 Euro!

Exakt das war der wesentliche Grund, weshalb wir MANATNET vor fünf Jahren gegründet hatten.

Es sieht so aus, als würden die Kunden dies allmählich nun doch erkennen: Wer würde auch sehenden Auges die 33.600 Euro verschwenden?

Ein schönes Gefühl zu Pfingsten.

Saturday, May 03, 2008

FUENF JAHRE EUROPAS EINZIGER MARKTPLATZ FUER INTERIM-MANAGEMENT

Trotz allem: Heute vor genau fünf Jahren waren wir enorm nervös. Klar, wir hatten ein Jahr in Vordenken und Vorbereiten investiert. Klar, die Markttests waren viel versprechend (Eine „Win-Win-Situation für beide: Unternehmen und Interim Manager!“). Klar, wir hatten alle guten Tugenden des Projektmanagements, die wir bei debis Systemhaus und Accenture gelernt hatten, auf das eigene, neue Unternehmen für Interim Management übertragen und konsequent angewandt. Dennoch: Wie vieles war dennoch in all den früheren Jahren schiefgelaufen!

Nichts lief schief – rein gar nichts: Und bis heute läuft Europas immer noch einziger Marktplatz für Interim Management mit einer überragenden Verfügbarkeit. Einen einzigen halben Tag „Downtime“ hat es gegeben innerhalb von jetzt 60 Monaten! Allerbeste Performance.

Unser Einstieg ins Interim-Geschäft erwies sich damals als erheblich schwieriger als erwartet. Zugegeben: Auch wir konnten die seit langem heftigste und hartnäckigste Rezession in Deutschland nicht voraussehen. Aber die belastenden Ausmaße und die Auswirkungen dieser Rezession waren doch ganz erheblich und vaporisierten unsere viel versprechenden Markttests aus den Monaten davor. Ich werde das nie vergessen: Die FAZ schrieb vom „Mehltau über Deutschland“.

Na super!

Wir gründeten unseren Marktplatz für Interim Management mitten in eine Phase, in der die Unternehmen an alles dachten, nur nicht an Interim Manager. Das alles bestimmende Ziel lautete: Personalabbau! Nicht besonders innovativ, aber letztlich haben es alle gemacht – und damit konnte wieder jeder – wie stets – die Maßnahmen ex post als völlig richtig erklären.

Heute allerdings suchen die Unternehmen die Mitarbeiter händeringend – und finden sie nicht. Tatsächlich nicht?

Wir hatten vorausgesehen – Karl Heinz Achinger sei Dank! –, dass wir vom Wettbewerb vehement attackiert werden würden. Mit völliger Transparenz in den Interim-Markt einzutreten, während der Wettbewerb fette Margen in der Intransparenz einstreicht. Offen zu legen, wie einige Wettbewerber ihre unwissenden Kunden dazu bringen, überhöhte Preise zu zahlen: Dafür überschwängliche Zuneigung zu erwarten, war von Beginn an weltfremd – und ist es noch heute.

Also hatten wir Prügel erwartet. Um das Ausmaß jedoch in Grenzen zu halten, durften wir nicht mehr Angriffsfläche bieten als nötig.

Eine mögliche offene Flanke hatten wir auf Karl-Heinz Achingers Rat hin gleich zu Beginn geschlossen: Eine nicht ausreichende Qualität der Interim Manager. Dies hätte es dem Wettbewerb erlaubt, unser Modell zwar als günstig, aber als qualitativ minderwertig (und genau deshalb ja günstig…) im Interim-Markt abzuqualifizieren.

Mit unseren hohen Qualitätsvorgaben für anbietende Interim Manager haben wir diese Flanke derartig zubetoniert, dass sie unangreifbar wurde – was den Wettbewerb noch weiter provozierte, zumal wir bereits in einigen Fällen den gleichen Klienten die gleichen Interim Manager angeboten haben – zu unterschiedlichen Preisen halt!

Was darüber hinaus aber teilweise abging – und zwar aus einer Ecke, aus der wir das nicht erwartet hatten, ist dann aber doch in unsere noch junge Geschichte eingegangen!

Unter der Federführung des DDIM mit seiner selbsternannten und zudem sakrosankten Meinungsführerschaft in Sachen Interim Management wurde unser Geschäftsmodell als nicht professionell eingestuft und MANATNET somit flugs für nicht DDIM-fähig erklärt. Da waren wir aber traurig!

MANATNET (gemeint bin ich selbst) wurde zur ‚Persona noch Grata’, zum ‚Enfant Terrible’ im Interim-Geschäft erklärt. Ein Schelm, der Angst vor wirklich neuartiger Konkurrenz dahinter vermutet!

Obendrein verliehen uns Vertreter von Interim Providern innerhalb des DDIM im vergangenen Jahr kurzerhand die Auszeichnung ‚Wald-und-Wiesen-Anbieter’ und drohten einem Interim Manager, ihn aus dem eigenen Pool „zu schmeissen“, sofern er weiterhin mit MANATNET zusammenarbeiten würde. Doch tatsächlich Angst?

Und wenn es so ist: Ganz sicher werden wir unserer Linie treu bleiben. Wir werden weiterhin für Offenheit, Transparenz und Fairness stehen. Wir werden unseren Wettbewerb respektieren und wir erwarten im Gegenzug, dass der Wettbewerb uns respektiert – nicht, dass er uns lieb hat. Und wir werden unverändert für ausgeprägte Kundenorientierung stehen – für beide Kunden: Unternehmen und auch Interim Manager.

Und – hier ist unser Wunsch für die nächsten fünf Jahre: Dass die Innovationskraft in den deutschen Unternehmen auch das Personalmanagement erreicht und dass Interim Management als eine – nicht die allein selig machende! – Option für die Personalbeschaffung anerkannt wird, wie in anderen Ländern auch.

Denn auch nach fünf Jahren weiß rund die Hälfte der Unternehmen nicht, wovon wir reden.