Friday, February 29, 2008

ICH RUF SIE DANN AM FREITAG AN, HERR BECKER!

Nicht vieles macht mich mürbe. Aber eins ganz sicher: Zusagen, die nicht eingehalten werden.

Ich spreche hier nicht einmal von epochalen Zusagen. Ich spreche von ganz schlappen Terminzusagen.

In unserer Zeit, in der kaum noch einer allein im Kämmerlein vor sich hin wurschtelt, ist das vernetzte Arbeiten eher die Regel als die Ausnahme.

Irgendjemand wartet immer auf das, was ich tue: Kunden, Interim Manager, die Kollegen vom AIMP, mein Partner, meine Frau …

Und auf der anderen Seite warte ich darauf, dass andere etwas erledigen. Denn sonst komme ich selbst keinen Schritt weiter. Nicht ohne Grund lautet der äquivalente Begriff im Englischen ‚Deadline’. Und das haben wir hier nicht erst seit der Zeit bei Accenture ganz tief verinnerlicht: Vernetztes Arbeiten ist ohne Termintreue schlichtweg nicht möglich!

Und wie sieht das in der Praxis aus?

Termintreue ist die krasse Ausnahme und ganz sicher nicht mehr die Regel. Und wer sich hierbei besonders hervortut sind, man glaubt es kaum: die Kunden! Ich kenne praktisch keinen Kunden, der heutzutage seine Terminzusagen einhält. Das ist über alle Maßen erstaunlich!

Regelmäßig höre ich: ‚Ich rufe Sie dann am Freitag (ein beispielhafter Tag) an, Herr Becker!“ Diese Zusage des Kunden wird bei uns von Outlook nachgehalten. Und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erfolgt der angekündigte Anruf nicht. Wenn doch, schnellt dieser Kunde auf unserer MANATNET-internen Professionalitäts-Skala in olympische Sphären.

Leider trifft er dort nur auf ein kleines Häuflein von Aufrechten.

Stattdessen und in aller Regel sind wir es dann, die – schon nach einer Karenzzeit - am Dienstag nachhaken, um die zugesagten Informationen zu erfragen: und haben zwei Tage verloren – im günstigsten Fall.

Macht ja nichts: Wir haben ja alle genügend Zeit im aktuellen Wettbewerbsumfeld!

Friday, February 22, 2008

DYNAMISCH IM FRUEHLING

In aller Regel wissen sie das nicht: Aber wir beobachten unsere potentiellen Kunden schon sehr genau - soweit uns das von aussen möglich ist.

So kontaktieren wir elektronisch regelmäßig die Unternehmen, die selbst in der FAZ inserieren, um eine Position zu besetzen – also keinen teuren Personalberater einschalten (der dann die Anzeige schaltet – auf Kosten der Unternehmen, natürlich).

In unserem Kontaktschreiben wünschen wir den Unternehmen zunächst einmal viel Erfolg beim Besetzen der Position. Aber wir weisen auch darauf hin, dass es eine Lösung gibt, den heutzutage lange dauernden Recruiting-Prozess elegant zu überbrücken: Durch Interim Manager.

Nur anfangs war ich verstört, dass viele Unternehmen mir für meine Bewerbung dankten.

Nur anfangs war ich verstört, dass mir Unternehmen zu ihrem Bedauern mitteilten, dass ich für die ausgeschriebene Position nicht in Frage käme.

Noch immer bin ich verstört darüber, dass Unternehmen mehrfach die gleiche Anzeige schalten – und nicht einmal den Kontakt mit uns suchen.

Die unangefochtene Pole-Position hält jedoch ein Unternehmen aus der Automobilzulieferindustrie: Dieses Unternehmen sucht den Zentaleinkäufer seit dem Juni des vergangenen Jahres (also seit fast acht Monaten!) – und am vergangenen Samstag war die Anzeige wieder in der FAZ: „Wir suchen den Zentraleinkäufer“.

Auf ein Neues also: Der Frühling bringt ja immer neue Dynamik mit sich!

Der Vollständigkeit halber: Selbstverständlich hat das Unternehmen, das sich selbst als flexibel und fortschrittlich charakterisiert, auf unsere Nachricht nicht reagiert.

Monday, February 18, 2008

MANATNET BEKOMMT ZUWACHS: aphada

Was schreibe ich an einem solchen Tag in unser Blog?

Dass wir völlig ermattet sind? Weil wir trotz aller Vorbereitungen, Planungen und Wochenendarbeit nicht vermeiden konnten, dass Murphy´s Law dennoch wieder zugeschlagen hat. Wie anders ist es zu erklären, dass einige Überschriften unterhalb der Website-Kriterien über Nacht doppelt vorhanden sind – aber nicht alle?

Dass wir sehr zufrieden sind? Weil wir ein überragend positives Feedback gleich am ersten Tag erhalten haben. 

Dass wir ein glückliches Händchen gehabt haben? Als wir bereits vor Wochen entschieden hatten, unsere Werte, die unser Handeln leiten, ausdrücklich und prominent zu benennen.

Ich denke, an einem Tag wie heute schreibe ich über Dankbarkeit: 

Gegenüber den 10 Top-Interim Managern von MANATNET, die als Sparringspartner während der Konzeptionsphase zur Verfügung standen – und absolut dicht gehalten haben.

Gegenüber Michael Lux von WEB-MEDIA, der auch wieder ein Wochenende geopfert hat.

Gegenüber meinem Partner, Rolf Bielefeld, meiner Frau Sabine und meinem Sohn Phillip: ohne die aphada nie das Licht der Welt erblickt hätte. 

Ein wirklich guter Montag.

Friday, February 15, 2008

MANIC MONDAY

Interim Manager sind meist etwas älter: Dafür haben sie viel erlebt und können sich an so einiges erinnern.

‚Manic Monday’, das Lied, das allen Montag-Morgen-Muffeln aus vollem Herzen spricht, bescherte 1986 den Bangles den ersten Hit.

So lange ich denken kann, war für mich der Montag nie ‚manic’ - also ein manischer, Depressionen verursachender Tag: Denn am Wochenende habe ich nur in den seltensten Fällen gute Geschäfte gemacht – in der Urlaubszeit im Übrigen auch nicht! Ab Montag schon.

Der nächste Montag im Februar, also heute in drei Tagen, wird für uns alles andere als ‚manic’!

Wir sind kribbelig, aufgeregt - ja: nervös. Und ich gebe es gern zu: Der eine oder andere Nervenstrang liegt blank!

Was ist los?

Am Montag kommuniziert die Manager Network GmbH ihren neuen, zweiten Geschäftbereich!

Seit September Arbeit bis zum Abwinken - aber jetzt steht alles: Geschäftsmodell, Markttests, Namen, Service Offering Portfolio, Domain, Website, Zielkunden, Kommunikationsplan, zahlreiche Steuerdateien, Pressemitteilung – einfach alles.

Und am Montag um 8 Uhr morgens wird die ganze Maschinerie anlaufen: Ein tolles Gefühl trotz der tiefen Ränder unter den Augen!

‚Super duper Monday’!

Friday, February 08, 2008

... DANN HABEN SIE JA MEINE KOORDINATEN!

Es gibt Interim Manager, die möchten sich nicht bei MANATNET registrieren. Das ist vollkommen in Ordnung und das respektieren wir ohne Wenn und Aber.

Die Beweggründe der Interim Manager für diese Entscheidung sind breit gefächert. Ab und an schreiben mir Interim Manager jedoch etwas in dieser Art:

 ‚Ich möchte nicht irgendwo als Karteikarte gehandelt und behandelt werden. Ich bin mir klar, dass ich damit im Grunde genommen nicht in Ihr Raster passe. Will ich im Grunde genommen auch nicht.’

Nun ist auch das zu respektieren – ebenfalls ohne Wenn und Aber.

Aber wenn der nächste Satz lautet: ‚Sollten Sie jedoch mal einen echten ‚Spezialisten für Spezialitäten’ suchen im Top-Management Bereich, dann haben Sie ja meine Koordinaten. Anruf genügt!’

Damit habe ich zwei Schwierigkeiten:

Zunächst: Wie kann jemand heutzutage annehmen, dass ich im Kopf oder in der hinteren Ecke einer Schublade Informationen über die Erfahrungen eines Interim Managers vorhalte und sie dann auch noch bei Bedarf abrufbereit habe?

Und dann: Selbst wenn ich es täte: Wie sollte ich dieses Guerilla-Verhalten den Interim Managern gegenüber rechtfertigen, die sich bei MANATNET registriert haben?

Nein, das werde ich, das wird MANATNET, auf gar keinen Fall tun. Am Projektgeschäft nehmen nur die registrierten Interim Manager teil.

Ich hoffe, das wird auch respektiert – ohne Wenn und Aber.

Friday, February 01, 2008

QUALITAET OEFFNET DIE TUER - ABER DIE CHEMIE MACHT'S

Es ist Faschingszeit. Wer keinen Spaß versteht, ist selber schuld.

Ich verstehe Spaß - auch außerhalb der Faschingszeit.

Aber verliere überhaupt nicht gern ein Mandat – und ich hasse es sogar, wenn das geschieht, nachdem wir vorher viel Arbeit investiert hatten.
 
Genau das passierte am Montag.
 
Fachlich waren beide Kandidaten überzeugend, was der Klient unumwunden zugab. Klar: Der eine hatte genau die gleiche Aufgabenstellung mehrfach erfolgreich bei anderen Klienten erledigt und der andere hatte mit einer vergleichbaren Aufgabe ein Unternehmen gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter aus der Insolvenz geführt.
 
Aber Klient und Interim Manager passten aus Sicht des Klienten nicht zusammen. Die Chemie stimmte nicht.
 
Ohne jede Frage: Wir müssen die Entscheidung des Klienten respektieren.

Aber wir müssen auch überdenken, ob die starke Sachorientierung, die im Interim Geschäft so ausgeprägt ist, noch richtig ist. Vielleicht haben wir Provider zu stark im Hinterkopf, das Problem beim Kunden zu lösen. Möglicherweise ist diese Gewichtung nicht immer richtig.

Aber bisher hat mir auch noch kein Kunde gesagt: ‚Also, Herr Becker, zunächst einmal muss die Chemie zwischen uns stimmen. Darüber hinaus erwarten wir folgende Hard-Skills …’

Im Übrigen ist das kein Einzelfall: Vor ein paar Monaten hat ein (männlicher) Klient die für sein Coaching vorgeschlagene Kandidatin ebenso abgelehnt. Er kam nach einem zweistündigen Interview zu dem Ergebnis, dass die Chemie zwischen ihm und ihr nicht stimmte.
 
Ich bekenne: Ich habe von Chemie keinen blassen Schimmer, was ein flüchtiger Blick aufs Abiturzeugnis hämisch dokumentiert. Auch im Nachhinein bleibt es eine weise Entscheidung, nicht in das (Chemie-) Geschäft eingestiegen zu sein.
 
Aber die Chemie hat mich wieder eingeholt.
 
Ich sympathisiere mit dem Gesichtsausdruck der Fasent-Masken aus der Ortenau.