Friday, December 28, 2007

GEDANKEN ZUM JAHRESWECHSEL

Alles ist wieder mal ganz super gelaufen, wenn ich unsere Wettbewerber höre – mit denen wir zum Teil freundschaftlich verbunden sind.

 
Sind wir auch zufrieden? So zufrieden, wie wir eben sein können: Wir sind wieder gegenüber dem Vorjahr deutlich gewachsen und haben auch ein leidliches Ergebnis erwirtschaftet.
 
Aber super?
 
Super wäre es, wenn uns die Unternehmen den Marktplatz leerkaufen würden und von mir aus auch noch die riesigen Pools der Wettbewerber. Wo diesem Land doch in vielen Branchen Geschäft entgeht, weil nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter verfügbar sind! Man stelle sich das vor! Was sind das eigentlich für Manager, die sich dieses Zusatzgeschäft sehenden Auges entgehen lassen?
 
Super wäre es, wenn Interim Management in Deutschland gleichermaßen etabliert wäre, wie die Zeitarbeit – aber davon ist es noch weit entfernt. Wir reden bei der Zeitarbeit von einem der wesentlichen Motoren für den Aufbau von Arbeitsplätzen, von mehr als hunderttausend neuen Jobs – und beim Interim Management sprechen selbst die großen Provider von nicht mehr als 100!
 
Also super?
 
Wenn wir kritisch auf das nun zu Ende gehende Jahr zurückblicken, dann müssen wir zwei Dinge festhalten
 
1. Interim Management wir nach unserer Erfahrung vom Kunden oftmals als zu teuer angesehen. Es ist hierbei unerheblich, ob diese Sichtweise richtig ist oder falsch: Sie ist auf alle Fälle ein enormer Hinderungsgrund für das Interim Management.
 
Woran liegt das?
 
Möglicherweise ziehen die Unternehmen die Zeitarbeit als Maßstab heran. Aber Zeitarbeit wird oftmals mit dem Attribut „Lohndumping“ verbunden und die aktuellen Diskussionen um einen Mindestlohn in dieser Branche deuten an, dass dieses Attribut möglicherweise nicht völlig zu Unrecht verwendet wird. Aber die „gefühlte“ Lücke zum Interim Management bleibt bei den Unternehmen möglicherweise auch dadurch zu hoch.
 
2. Eine Lead-to-Deal-Quote (wie viele Anfragen brauchen wir für ein Mandat?) von etwa 5:1 zwar wieder leicht besser ist als in den Vorjahren. Aber wer will eine solche Quote wirklich als gut bezeichnen?
 
Wenn wir ehrlich sind, dann arbeiten wir in vier von fünf Fällen für den Mülleimer. Außer Arbeit und Kosten nichts gewesen. Kein Unternehmer wird das als gut bezeichnen können!
 
Woran liegt das?
 
Zunächst: Das liegt nicht am Wettbewerb, denn in den wenigsten Fällen haben wir gegen Wettbewerber verloren.
 
Stattdessen verlieren wir in mehr als der Hälfte der Fälle, weil die anfragenden Unternehmen zurückziehen. Die Gründe sind mannigfach – besonders beliebt ist das zufällige Finden eines internen Kandidaten, der die Aufgabe nun doch übernehmen kann.
 
Ich mag ja falsch liegen, aber ich habe das Gefühl, dass in den Unternehmen kaum noch vor-, sondern überwiegend nur noch nachgedacht wird. Es scheint so, als wenn die klassischen Optionenbäume kaum noch im Detail durchgespielt werden, sondern stattdessen sofort agiert wird – um dann, wenn neue oder weitere Informationen vorliegen, gegebenenfalls vollkommen hemmungslos zurückzurudern.
 
Dumm für die, die auf der anderen Seite stehen und sich mit einem „Wir danken Ihnen jedoch für Ihr Engagement! Vielleicht klappt´s ja beim nächsten Mal.“ zufrieden geben müssen.
 
Wir werden uns damit nicht zufrieden geben – ganz sicher nicht.
 
Ich wünsche allen, die diese Zeilen – wo auch immer – lesen ein „super“ Jahr 2008. Es ist ein Schaltjahr, ein besonderes Jahr: Nutzen wir es für etwas Besonderes!

Thursday, December 20, 2007

WAS MACHT EIN INTERIM-PROVIDER ZU WEIHNACHTEN?

Er schreibt zunächst einmal – gerne – diesen Eintrag für sein Blog, auf das wöchentlich inzwischen gut 150 Leser zugreifen. Denn er hat es im September versprochen und er hält seine Versprechen – immer.

Kurz vorher hat er mit seinem Partner die Planung für das neue Jahr verabschiedet. Wie immer, unterstellt die Planung weiteres Wachstum auf extrem geringer Kostenbasis: Anders als andere Provider, die derzeit offenbar versuchen, ihre Margen nach oben zu schrauben, hat MANATNET die Provisionen den Interim Managern gegenüber garantiert. Damit müssen wir halt auskommen.
 
Damit ist eins schon wieder sicher: Viel Arbeit – auch im neuen Jahr! Aber: Das ist in Ordnung so – wir haben es uns ausgesucht.
 
Und er freut sich: Über unglaublich viele Karten und E-Mails– mit guten Wünschen zum Weihnachtsfest und zum Neuen Jahr. Von Interim Managern und von Kunden, die wir beide praktisch ausnahmslos vor fünf Jahren noch nicht einmal gekannt hatten. Ein gutes Gefühl. Wo werden wir wohl in fünf Jahren stehen?
 
Und er freut sich: Auf ein paar ruhige Tage – mit der Familie, die das ganze Jahr über doch immer wieder hinten anstehen muss: Und ohne Rechner und ohne Handy und ohne Blackberry. Das war schon ehrlich gemeint im Weihnachtsgruß!
 
Doch während der Spaziergänge durch die Weinberge hinterm Haus wird der Kopf dennoch nicht völlig untätig sein und – wie immer – neue Ideen liefern: Es sieht ja keiner - wie gut!

Saturday, December 15, 2007

VORWEIHNACHTLICHE RUHE IM INTERIMGESCHAEFT

Zwar ist diese Situation nicht mehr neu für mich, dennoch werde ich mich wohl nie daran gewöhnen können:

Konsequent und unerbittlich scheint sich die Weihnachtsfeierzeit in Deutschland auf einen Monat auszudehnen.
 
Ab Mitte Dezember verabschieden sich die Ersten in den Weihnachtsurlaub – drei oder gar vier Wochen sind ganz offenbar nicht so selten, wie man das vermuten könnte.
 
Nach Weihnachten wird gern erst im Anschluss an den Drei-Königstag die Arbeit wieder aufgenommen. Selbstverständlich braucht man dann erst ein paar Tage, um sich im Büro wieder einzuleben und Berge von E-Mails abzuarbeiten.
 
Bis dahin erkenne ich ein Land im „Weihnachtsschlaf“.
 
Ganz eindeutig hat das Auswirkungen auf unser Interim-Geschäft: In dieser Zeit wird typischerweise nichts entschieden. Ganz offen verabschieden sich die Kunden „bis Mitte Januar“. Und die Zugriffszahlen auf unseren Marktplatz folgen ihnen und gehen in die Knie.
 
Ich frage mich: Werden wir auf diese Weise im globalen Wettbewerb bestehen können?

Friday, December 07, 2007

FACHKRAEFTEMANGEL KOSTET MILLIARDEN

Anfang der Woche berichtete die FAZ erneut darüber:

Aufgrund des Fachkräftemangels hat die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr einen Wertschöpfungsverlust von 18,5 Milliarden Euro erlitten. Der Schaden entspricht 0,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.
 
Der Artikel stützt sich auf die Analyse des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW).
 
Insgesamt 165.000 Arbeitsplätze für Hochqualifizierte seien 2006 verwaist geblieben, die meisten davon in mathematischen, technischen du naturwissenschaftlichen Disziplinen.
 
Ich höre aus dem Markt, dass sich diese Situation im laufenden Jahr eher verschlimmert hat.
 
Ich lese heute, dass in zehn Jahren wohl allein 100.000 Ingenieure fehlen werden.
 
Ich frage mich, warum unser Marktplatz nicht längst leer gekauft ist…